Bei der 1994-1996 vorgenommenen Neuordnung und Modernisierung des Optischen Museums in Jena wurden Relikte aus der 1978 entstandenen Inneneinrichtung überflüssig. Bettina Allamoda (Jahrgang 1963) übernahm diese Gegenstände, die sonst auf dem Sperrmüll gelandet wären.
Die Künstlerin bezeichnet ihre Vorgehensweise als eine "Archäologie der Gegenwart". Sie interessiert sich schon seit jeher für Technikmuseen, Weltausstellungen, kosmonautische Utopien und Science Fiction, aber auch für modernes Wohnen.
Nach dem Prinzip der Collage unterwarf Bettina Allamoda in ihrer Jenaer Installation die Dekorationselemente aus einem anderen zeitlichen Kontext einer Metamorphose, die deren ursprüngliche Herkunft nicht verleugnet.
Bewusst spielt Bettina Allamoda mit der Ambivalenz ihrer selbst gefertigten Objekte zwischen reiner Kunst und Gebrauchsgegenstand, zwischen autonomer Skulptur und Möbelstück. Sie exemplifiziert mit ihrer eigenen Arbeit, dass Künstler den Elfenbeinturm des einsamen Genies verlassen und sich ins Leben einmischen.