Dieter Jung fasziniert die Möglichkeit, mit der holographischen Struktur Licht zu brechen und optische Durchdringungsmuster zu erhalten, die sich im dreidimensionalen Wahrnehmungsraum des Betrachters entfalten. Im Grunde geht es ihm um Fragen unserer Wahrnehmung und ihrer Bedingungen. Die Holographie zeigt, dass die Phänomene Farbe und Raum immateriell sind und sich, ausgelöst durch die Lichtstrahlung, erst im menschlichen Bewusstsein konstituieren.
Das Hologramm etabliert als technisches Medium eine reflexive Strukturzwischen dem Betrachter und dem Gegenstand seiner Wahrnehmung. Die Wirkung ist abhängig von der Eigenbewegung des Betrachters im Raum. Mit seiner Bewegung entstehen neue, andere Räume, die sich im Moment scheinbar in einem Bild vergegenwärtigen, um sich sofort wiederaufzulösen in neue Bilder.
Bis heute stehen bei Jung Malerei und Zeichnung mit der Holographie-Kunst in engem Zusammenhang. Bereits in seiner Malerei der 70er Jahre setzte er sich mit Licht, Raum, Transparenz und visueller Wahrnehmungsstruktur auseinander. Hieraus versteht es sich, wie nachhaltig Jung beeindruckt war, als er 1977 im Museum für Holographie in New York die erste Licht-Farb-Skulptur sah. Noch im gleichen Jahrbegann er in New York bei Dan Schweitzer und Sam Moree an der School of Holography die Technik der Holographie zu studieren.