Otto Piene und Elizabeth Goldring setzen sich - wenngleich
auf sehr unterschiedliche Weise - beide explizit mit visuellen
Erscheinungen im technischen Zeitalter auseinander.
Elizabeth Goldrings Ihr wichtigstes Forschungsprojekt gilt der
Visualisierung ihres eigenen Sehverlustes und der Entwicklung
einer visuellen Sprache sowie einer "Seh-Maschine" für Menschen,
die blind oder sehbehindert sind.

Über Elizabeth Goldring als bildende Künstlerin und Poetin
When artist and poet Elizabeth Goldring found a way to use
techology for visual art, the images she captured on her damaged
retinas became "frozen traces of seeing, the memory of words that
move and flow into meaning." These exquisite prints are grounded
on the image of her optic nerve, "individual as a thumbprint", to embody not only Goldring's remarkable vision but the very process of creation. As a poet, Elizabeth Goldring pushes through silence to speak. As a visual artist who is blind, she uses darkness to frame the world she allows, then compels us to see. Hilda Raz (Autorin, Herausgeberin des Prairie Schooner Magazines)
Der seit mehr als 30 Jahren in den USA lebende Otto Piene hat angesichts rasanter technisch bedingter Entwicklungen bereits 1957 gemeinsam mit Heinz Mack die künstlerische Bewegung ZERO ins Leben gerufen. Er forderte den Neubeginn in der Malerei ausgehend von der Ebene "Null" und unter Einbeziehung von Licht (& Schatten).
Bereits in den 60er Jahren entwickelte Otto Piene erste "Lichtballette", deren Lichtformen sich stetig verändern und unwiederbringlich zu
anderen Konstellationen verschmelzen.

So konzipierte er auch für die JENOPTIK AG einen Lichtraum, der in der Flüchtigkeit seiner visuellen Erscheinungen das Empfinden des Betrachters auf ähnliche Weise anspricht wie die ephemere Schönheit von Naturereignissen.
Filme und Dokumentationen begleiten diesen erstmaligen gemein-
samen öffentlichen Auftritt des Künstlerpaares.