Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Die Galerie der JENOPTIK AG zeigte eine Einzelausstellung von Hermann Glöckner (1889-1985), dem bedeutendsten in der DDR lebenden Vertreter der konstruktiven Kunst. Der große Außenseiter orientierte sich weiterhin an den Vorkriegstraditionen der Moderne, die er konsequent fortführte und mit neuen Bildmöglichkeiten bereicherte. In Anlehnung an die Bauhausmeister nahm er experimentelle Materialanalysen vor, erprobte auf überzeugende Weise diverse Druckverfahren und erfand orginelle Schablonierungsmethoden und Faltungssysteme. Der Hang zur Geometrie, zum Konstruktiven, schloss bei ihm, der der Intuition ebenso wie der Ratio folgte, das Zufällige und das Malerische nicht aus.
Die Ausstellung war Teil eines Projektes, das unter dem Titel "Souveräne Wege 1949-1989 Sechs Künstler in der DDR" an drei verschiedenen Orten in Jena stattfand.