Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Im Zentrum steht bei Werner Klotz der Mensch und dessen Erleben des Sichtbaren zwischen Wirklichem und Vorgespiegeltem. Die Irritation seiner optischen Wahrnehmung verweist ihn stets zurück auf sich selbst, auf sein Sehen und Denken: "Welches Seherlebnis erwarte ich?" - "Sehe ich die Realität oder nur ihre Illusion?" - "Wo ist mein Standpunkt?".
Nicht zufällig wählt Werner Klotz für seine technisch anmutenden Arbeiten nicht nur den klassischen Begriff der Skulptur, sondern auch den des "Wahrnehmungsinstruments". Um in die Grundlagen des Sehens und der geistigen Verarbeitung optischer Information vorzudringen, hat sich seine Kunst von der rein darstellenden Funktion entfernt und nähert sich der experimentellen Vorgehensweise der Wissenschaft. Das Phänomen der Spiegelung, das bereits seit der Antike sinnbildlich für die Wahrnehmung der Wirklichkeit steht, beschäftigt Klotz in besonderer Weise.
Werner Klotz´ Arbeit schärft das Bewusstsein dafür, dass das Spiegelbild trotz seiner exakten Wiedergabe stets nur Reflexion der Wirklichkeit ist, und dass wahrheitsgetreu erscheinende Bilder nicht immer der Orientierung in der Wirklichkeit dienen, sondern irreführen können. Dies gilt auch für die gefilmte Realität, die etwa in der Videoarbeit "Sysiphus´ Flight" durch die Manipulation der Kamera schwindelerregende Formen annehmen kann.