Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Eine ungewöhnliche Verbindung von Kunst und optischer Hochtechnologie gehen die Bildobjekte der Stuttgarter Künstlerin Christa Winter (geb. 1952) ein. "Wir begegnen in Winters Werken visuellen Phänomenen, die wir tatsächlich vorher noch nicht gekannt haben und uns neu sehen lehren" (Lothar Späth).
Mit ihrer hochspezialisierten Erforschung der ästhetischen Phänomene Licht und Farbe begann Winter vor ein paar Jahren, indem sie nicht nur Formen, sondern auch Materialien wie z.B. Fischsilber aus der Natur verwendete. Im nächsten Schritt beschäftigte sie sich mit der synthetischen Herstellung von Oberflächen, die sich durch Metallic-Effekte auflösen, die schweben, leuchten - und je nach Betrachterstandort - ihre Farbe wechseln. Ihr neues Farbmaterial, das alle Farben des Lichts in sich vereint, nennt die Künstlerin "floating colour". "Die Kunst ist angekommen beim 'state of the art' der Wissenschaft. Und bricht dorthin auf, wo auch Wissenschaft noch nicht war," stellte der Kunsthistoriker Thomas Beck zum Werk Christa Winters fest.
Christa Winters intelligente Bildtechnologie reagiert auf den Betrachter. Die für unsere Zeit wichtige Erkenntnis, dass sich die Wahrnehmung je nach Standpunkt verändert, findet ihren ästhetischen Widerpart. Eine einzige Arbeit birgt viele verschiedene Farbkompositionen in sich, die alle Gültigkeit haben.