Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Der Maler und Kunsthistoriker Walter Dexel lebte von 1915 bis 1928 - während der wichtigsten Periode seines künstlerischen Schaffens - in Jena.
Die Ausstellung in der Galerie der Jenoptik zeigt anhand von Werken, die sich in der Sammlung der Städtischen Museen befinden und mit solchen aus dem Nachlass des Künstlers wesentliche Schritte in Dexels künstlerischer Entwicklung und macht die Vielseitigkeit in seinem Schaffen sichtbar. Er gilt als einer der wenigen namhaften Konstruktivisten in Deuschland. Mit Konstruktivismus ist eine Kunstrichtung benannt, die sich in erster Linie auf einem Bekenntnis zur modernen Technik und der Beschränkung auf einfache geometrische Formen beruht.
In Zeichnungen, Aquarellen, Hinterglasbildern und Gemälden findet man Hinweise auf die Jenaer Stadtlandschaft, auf industrielle oder pflanzliche Motive. Entwürfe für Innenräume, für Reklamelampen, Straßenrichtungsweiser und Leuchtsäulen weisen auf einen wesentlichen Aspekt von Dexels Schaffen hin. Mit hohem künstlerischen Anspruch sieht er jedes funktionale Objekt als singuläres Werk an. Selbst den zahlreichen typographisch gestalteten Einladungskarten und Klebeplakaten für den Kunstverein in Jena wendet er sich mit gleicher Sorgfalt zu. Der Konstruktivist Walter Dexel wird in Jena zum Protagonisten des neuen Gestaltens, der neuen Typographie.