Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Farbenreiche Dorfszenarien, Blockhütten mit bunten Wäschestücken, immer wieder Kirchen mit Zwiebeltürmen, blassgrüne Felder und türkisfarbene Seen, daneben aber auch apokalyptisch verfärbte Hintergründe, Explosionen und Überreste zerstörter Häuser. Diese russischen Impressionen, Aquarellminiaturen von poetischer Schönheit, entstanden an der Kriegsfront des Zweiten Weltkrieges bei St. Petersburg und wurden in der 23. tangente in der Galerie der Jenoptik gezeigt.
Otto Hofmann, 1907 in Essen geboren und 1996 in Pompeiana (Italien) gestorben, verbrachte seine Kindheit und Jugend in Jena. Auch nach dem Studium am Dessauer Bauhaus zog es ihn wieder nach Thüringen zurück, bis er 1953 aus der DDR fliehen musste, da seine Kunst - ebenso wie bereits in der nationalsozialistischen Zeit - als subversiv geächtet wurde.
Die Ausstellung zeigte beinahe 50 Briefe des Bauhaus-Künstler, die in der Zeit von 1941 - 1944 entstanden und die der Künstler nach Deutschland sandte: Zum einen an seine erste Frau Johanna Hofmann-Stirnemann, die bis 1935 Direktorin des Jenaer Stadtmuseums war und zum anderen an seinen Berliner Künstlerkollegen Hans Thiemann.
In Schülerworkshops enstanden begleitend zu der Schau ca. 100 phantastische Arbeiten von 9 Klassen, die in einer eigenen Ausstellung anschließend gezeigt wurden.