Unsere Kunstausstellungen bezeichnen wir als tangente - das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich die Jenoptik mit ihrer Ausstellungsreihe im eigenen Haus stellt.
Die Arbeiten von Rolf Walz (geb. 1958 in Altensteig, lebt und arbeitet in Köln und Berlin) aktivieren auf vielfältige Weise die (Selbst-)Wahrnehmungen ihrer Betrachter. Damit entwickelt Walz die theoretische Annahme der Minimal Art weiter, dass Werke keine autonomen Artefakte sind, sondern erst durch die Rezipienten vollendet werden. Beispielsweise ein frei in den Raum gehängtes Farbglas (Mnpld Ys #1 1998) rahmt und manipuliert die Blicke des Betrachters und reflektiert zugleich dessen Bild.
Leitmotive in Rolf Walz' Arbeit sind Wasser, Farbe und Licht. Mittels Spiegelung und Transparenz beeinflussen seine Rauminstallationen die visuelle Wahrnehmung. Der Durchblick durch ein Aquarium mit rot gefärbtem Wasser läßt etwa den dahinterliegenden Raum andersfarbig und in perspektivischer Verschiebung erscheinen. Zudem ergibt sich in Rolf Walz' Arbeiten immer ein Effekt der Selbstwahrnehmung: im Spiegelbild wird der Betrachter Teil des Werkes, da er sich in dem jeweiligen Werk sieht.