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JENOPTIK AG ist Partner der Jenaer Rodin-Ausstellung.

Jena, 05. September 2005

Nicht nur als Sponsor, sondern auch als Mitveranstalter engagiert sich die JENOPTIK AG für die große Rodin-Ausstellung, die in Jena ab dem 4. September im Stadtmuseum Jena und in der Galerie der JENOPTIK AG zu sehen ist. Die JENOPTIK AG widmet sich im Rahmen ihres Kulturengagements besonders auch Innovationsleistungen in der Kunst. Rodins Erneuerungspotenzial in der Darstellung des Menschen bleibt bis heute unüberholt.

Das zentrale Thema Licht, gerade der Jenaer Jenoptik-Gesellschaften,  spielte auch bei Rodin eine wesentliche Rolle, indem er den Ausdruck eines Menschen in einer noch nie da gewesenen Modellierung der Oberflächen verewigte. Mit einem impressionistischen Spiel aus Licht und Schatten gab er den Figuren eine unnachahmliche Lebendigkeit.
"Im Umfeld der eher nüchternen Welt der Technik ist es reizvoll, sich mit einem Künstler auseinander zu setzen, der uneingeschränkt den Menschen und seine Gefühlswelt in den Mittelpunkt stellt - und dabei hergebrachte Auffassungen seiner Zeit radikal in Frage stellte", so Alexander von Witzleben, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG. ,Das 100. Jubiläum von Rodins Ehrendoktorwürde in Jena ist ein willkommener Anlass für die Jenoptik, die Fäden der Geschichte wieder aufzunehmen.

Figurengruppen und skandalumwobene Aktzeichnungen.

Die Ausstellung in der Galerie der JENOPTIK AG macht in Ergänzung zur großen Ausstellung im Stadtmuseum Jena auf zwei wichtige Werkstränge in der Zeit nach 1900 aufmerksam, als Rodin im bereits gereiften Alter von über 60 Jahren den Höhepunkt seines Ruhmes erreicht hatte.
Die von Rodin quasi erfundene Technik der Assemblage sowie die Welt der Aktzeichnung vermitteln in besonderer Weise Einblicke in den kreativen Arbeitsprozess des Künstlers.

Nach einer spektakulären Ausstellung im Zusammenhang mit der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 erhielt Rodin zahlreiche private Aufträge, und er konnte endlich völlig unabhängig von materiellen Hindernissen arbeiten. Die Kunst der Bildhauerei erfand er in dieser Zeit der Freiheit ein weiteres Mal neu. Figurentypen, die er oftmals schon viele Jahre zuvor geschaffen hatte, überarbeitete er in einem endlosen Prozess und brachte sie in neue Zusammenhänge. Diese Methode der Assemblage, die er bereits in den 1880er Jahren angewandt hatte, konnte er jetzt, da er ein großes Unternehmen mit vielen Assistenten leitete, systematisch betreiben. Gezeigt werden in der Jenoptik-Galerie hiervon unter anderem die Assemblagen "Torse de la Centauresse et Petit Torse d´Iris", "Torse de la Centauresse et Torse Féminin", "La Femme qui se peigne", "Giganti", "L´Ecclésiaste", "Tête de l´Ombre".

Das für Rodin wichtige Medium der Zeichnung ist in der Jenoptik-Galerie durch 13 erotische Faksimilé-Aktzeichnungen aus den Kunstsammlungen zu Weimar vertreten, die 1906 zum Auslöser des "Rodin-Skandals" in Weimar wurden. Stets auf der Suche nach dem Wesentlichen, gelangte Rodin zu einer bestechenden Einfachheit des Ausdrucks, indem er seine Linienführung durch unablässige Praxis dahingehend schulte, dass sie - gerade auch mit sparsamem Einsatz - Volumen und Raum erzeugte. Während die nackten Modelle alle Arten von natürlichen Haltungen einnahmen - es sollten ja keine Posen sein - zeichnete er in einem fortwährenden Fluss.

Ein Entwurf entstand rasch, die gesamte Ausführung geschah über mehrere Phasen. Am Ende einer Modellsitzung sammelte Rodin alle Zeichnungen ein und legte sie in einen Karton, um sie erst Tage oder Monate später zu sichten, zu überarbeiten und sie mit warmen Aquarelltönen zu kolorieren. Dies lehrt einiges über die langsame Arbeit der Überlegung, der Reifung, der sich Rodin als Zeichner wie als Bildhauer unterzog.

Der Skandal um die Aktzeichnungen Rodins.

Jena und seine Universität feierten 1905 den 100. Todestag Friedrich Schillers im neuen Volkshaus. Um der Feier zusätzlichen Glanz zu geben, wurde im akademischen Akt verkündet, dass zum Gedächtnis Schillers dem Bildhauer Auguste Rodin in Paris die Würde eines Ehrendoktors der Philosophischen Fakultät verliehen werde. Die Anregung für die Wahl Rodins dürfte von der Gesellschaft der Kunstfreunde von Jena und Weimar ausgegangen sein, unter denen sich Harry Graf Kessler, ein persönlicher Bekannter von Rodin, befand. Graf Kessler war künstlerischer Leiter des Großherzoglichen Museums für Kunst und Gewerbe in Weimar und hatte dem Thüringer Publikum erstmals im Jahr 1904 eine Auswahl von Werken Rodins in einer Ausstellung gezeigt. Als Graf Kessler den Künstler nach der Titelverleihung im Mai 1905 in Paris besuchte, überreichte er die nun in der JENOPTIK AG gezeigte Serie von Aktzeichnungen und kündigte weitere Schenkungen für einen ganzen Rodin-Saal im Weimarer Museum an.

Die Ausstellung dieser Aktzeichnungen im Winter 1906 führte zu moralischer Entrüstung nicht aller, aber doch einiger der Weimarer Bürger."Es ist tief zu bedauern, dass wir im neuen Museum am Carlsplatz von Zeit zu Zeit in den Ausstellungen auf Bilder stoßen, die unser Gefühl aufs tiefste verletzen. Es zeugt von einem Tiefstand der Sittlichkeit des Künstlers und von einer Laxheit der Auffassung des Ausstellungsvorstandes, dass solche Ausstellungen den Weimarer Kunstliebhabern geboten werden, und es herrscht in allen Kreisen darüber eine große Empörung...", war in einem Leserbrief zu lesen.
Die Weimarer Affaire wurde zu einem Gipfelpunkt im deutschlandweiten Streit zwischen den Anhängern der Moderne und den Verteidigern der Salonkunst. Sie drang bis nach Berlin zum Kaiser Wilhelm II, der sich abfällig über Rodin und Graf Kessler äußerte, und endete schließlich damit, dass Graf Kessler sein Amt als Museumsleiter niederlegte.

Galerie der JENOPTIK AG
Carl-Zeiß-Straße 1,
07743 Jena
Telefon: 03641 65-2255
Telefax: 03641 65-2484
E-Mail: pr@jenoptik.com 

Öffnungszeiten:
Mo-Do 10-17 Uhr, Fr 10-16 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr