Übertragung der Jenoptik-Anteile ist noch von verschiedenen Bedingungen abhängig. Die zufließenden liquiden Mittel werden im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen. Übernahme von Bank- und Pensionsverbindlichkeiten durch den Käufer. Das Konzernergebnis 2005 wird aufgrund eines Entkonsolidierungsverlustes negativ sein.
Die JENOPTIK AG, Jena, und Springwater Capital (SWC), Genf/London, haben einen Vertrag zum Verkauf sämtlicher von der JENOPTIK AG gehaltenen Anteile an der M+W Zander Holding AG und damit des gesamten Jenoptik-Unternehmensbereiches Clean Systems unterzeichnet. Die JENOPTIK AG hält 72,89 Prozent der Anteile an dem Stuttgarter Engineering und Facility Management-Konzern, die restlichen 27,11 Prozent befinden sich in Familienbesitz.
Nach einem mehrmonatigen Bieterverfahren, geführt durch den internationalen Corporate-Finance-Dienstleister Altium Capital, Zürich/München, wurde der Vertrag zwischen der JENOPTIK AG und SWC in der Nacht zum 19. Dezember 2005 in Frankfurt/Main unterzeichnet. Der Kaufpreis für die Anteile der JENOPTIK AG errechnet sich für 100 Prozent des Unternehmens auf Basis eines Unternehmenswertes von rund 350 Mio. Euro vor Anpassung für Finanzschulden, Pensionsverbindlichkeiten und Barmitteln, die vom Käufer übernommen werden. Der von der JENOPTIK AG zur Verfügung gestellte Aval-Rahmen von bis zu 150 Mio. Euro wird zunächst weitergeführt und über einen Zeitraum von 5 Jahren schrittweise abgebaut. Mit Vollzug des Vertrags wird der JENOPTIK AG ein niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Betrag zufließen.
Der Verkauf ist an verschiedene Bedingungen geknüpft, so genannte Closing Conditions. Dazu zählen insbesondere die Freigabe durch das Kartellamt, die Befreiung des Käufers von einem Übernahmeangebot an die außenstehenden Aktionäre der börsennotierten Tochtergesellschaft caatoosee ag, die endgültige Finanzierungsbewilligung des Fremdkapitalgebers sowie eine abschließende Abstimmung mit den Familienaktionären. Der Aufsichtsrat der JENOPTIK AG hatte dem Verkauf an Springwater Capital in einer außerordentlichen Sitzung am 15. Dezember 2005 vorbehaltlich der Vertragsunterzeichnung einstimmig zugestimmt.
Die Investmentgruppe Springwater Capital ist ein langfristig orientiertes Beteiligungsunternehmen mit europäischen Büros in Genf und London und bereits an mehreren deutschen Unternehmen beteiligt. Martin Gruschka, Gründungspartner von Springwater Capital, sagte: "Die total facility solutions-Strategie von M+W Zander bietet im Verbund mit unserer Finanzierungskraft exzellente Wachstumschancen für die Gesellschaft". Der Käufer wird bei dieser Transaktion von Nomura, einem global tätigen Finanzdienstleister, begleitet und beraten.
Mit dem abgeschlossenen Vertrag geht Jenoptik einen großen Schritt bei der Neuausrichtung des Konzerns voran. Im Frühjahr dieses Jahres hatte Jenoptik einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet, da den beiden Jenoptik-Unternehmensbereichen, Photonics und Clean Systems, inzwischen ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle zu Grunde liegen.
In den vergangenen Jahren sind beide Teilkonzerne unter dem Dach der Jenoptik stark gewachsen. "Dieses Wachstum für beide gleichermaßen auch in der Zukunft weiter zu finanzieren, wäre uns schlechterdings nicht möglich gewesen", so der Vorstandsvorsitzende der JENOPTIK AG, Alexander von Witzleben. Die Hauptversammlung Anfang Juni 2005 hatte dem Beschlussvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zur Entflechtung M+W Zanders vom Jenoptik-Konzern innerhalb von zwei Jahren zugestimmt. Im Anschluss daran hatte Jenoptik ein mehrstufiges Bieterverfahren für die M+W Zander-Unternehmensgruppe eingeleitet, aus dem SWC als Käufer hervorging.
"Mit dieser Lösung können wir unsere Stärken für unsere Kunden rund um den Globus weiter ausbauen und so weiter wachsen", sagte Jürgen Gießmann, Vorstandsvorsitzender der M+W Zander Holding AG.
Der M+W Zander-Vorstand begrüßt die Entscheidung zugunsten Springwater Capital. M+W Zander bietet mit seinen Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften weltweit ein ganzheitliches Leistungsspektrum rund um Firmengebäude, High-Tech-Produktionsanlagen und Industriekomplexe. In den wichtigsten Geschäftsfeldern zählt das Unternehmen zu den Marktführern: weltweit im Anlagenbau Elektronik und in Europa beim Facility Management.
Unter dem Dach der JENOPTIK AG hatte sich das Geschäftsvolumen M+W Zanders von 1994 bis heute mehr als verzehnfacht. Für 2005 wird ein Umsatzvolumen zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro angepeilt.
Im kommenden Geschäftsjahr will die global aufgestellte Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Stuttgart bei allen wichtigen Kennzahlen zulegen. Die jüngsten Großaufträge, sowohl im Facility Engineering als auch im Facility Management unterstützen diesen Trend. Erst vor wenigen Tagen hatte M+W Zander den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte über 700 Millionen Euro erhalten. Im Bereich Facility Management erhielt M+W Zander jüngst einen europaweiten Rahmenvertrag eines internationalen Telekommunikationsunternehmens.
Der JENOPTIK AG werden mit dem Closing des Vertrags liquide Mittel in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrages zufließen. Vom Käufer werden zudem Netto-Finanzschulden des Unternehmensbereiches Clean Systems (Bankverbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen sowie Barmittel) übernommen.
Aufgrund der erforderlichen Rechnungslegung (IFRS 5) wird der Jenoptik-Konzern zum 31. Dezember 2005 M+W Zander als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" ausweisen und zu aktuellen Marktpreisen bewerten. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens werden daher in der Bilanz separat zu ihrem Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten dargestellt. Infolgedessen entsteht ein Differenzbetrag in Höhe eines voraussichtlich mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrages, der sich bereits im Jahresergebnis des Konzerns 2005 negativ widerspiegeln wird. Daher erwartet Jenoptik für 2005 ein negatives Ergebnis nach Steuern, das voraussichtlich im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen wird.
In die Marktbewertung sind unter anderem auch Abwertungen für das bereits zum 3. Quartal 2005 genannte Projekt mit Terminverzögerungen sowie die vollständige Abschreibung des at-equity-Anteils an der M+W Zander Gebäudetechnik eingeflossen, die diesen Differenzbetrag im Wesentlichen mitbestimmten.
Da sich die Entkonsolidierung M+W Zanders durch alle Posten der Gewinn- und Verlustrechnung des Jenoptik-Konzerns ziehen wird,
sind für M+W Zander sowie für den Jenoptik-Konzern insgesamt konkrete Prognosen zum Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit 2005 noch nicht möglich. Das operative Ergebnis des Unternehmensbereiches Photonics bleibt davon unberührt und wird im Rahmen der Erwartungen liegen.
Mit dem Vollzug der Veräußerung (Closing) wird im 1. Halbjahr des Jahres 2006 gerechnet. Dann wird der Jenoptik-Konzerns aus dem heutigen Unternehmensbereich Photonics bestehen. Photonischen Technologien werden hohe Wachstumsraten zugesprochen, da sie als Schlüssel- und Querschnittstechnologie gelten und Anwendung in allen modernen Lebensbereichen finden, so in der Biotechnologie, in der Verkehrstechnik oder der Medizintechnik.
Der Jenoptik-Unternehmensbereich Photonics wird 2005 einen Umsatz zwischen 385 und 400 Millionen Euro erzielen, bei einer EBIT-Marge wie in den Vorjahren zwischen 9 und 10 Prozent. Spezialisiert auf den Umgang mit Licht als industrielles Werkzeug, beherrscht Jenoptik innerhalb ihrer dann drei Säulen Laser & Optik, Sensorik und Mechatronik die gesamte photonische Kette - von der Erzeugung (Laser) über das Einfangen und Manipulieren (Optik) bis hin zur Nutzung (Sensorik) des Lichtes. Der Unternehmensbereich Photonics wächst seit 1998 mit durchschnittlicher Wachstumsrate von 13 Prozent beim Umsatz und 31 Prozent beim Ergebnis. Dieses Wachstum soll sich in den Folgejahren fortsetzen, ergänzt um weitere Kooperationen und Akquisitionen, die vorhandene Technologien stärken und ausbauen sowie das Produktionsnetz und Vertriebswege ergänzen.
Springwater Capital ist eine Private-Equity-Gesellschaft, geführt von Martin Gruschka und Manilo Marocco. SWC investiert in börsennotierte und private Unternehmen sowie in Immobilien, die ein klares Potenzial zur Wertsteigerung haben. Strategie ist es, in "champions" zu investieren, die über bewährte Geschäftsmodelle und erfahrene Managementteams verfügen und so einzigartig positioniert sind, dass sie mit Wachstums- und Akquisitionskapital sich restrukturieren oder wachsen können. Insbesondere investiert SWC dort, wo wertsteigernde Maßnahmen (einschließlich Restrukturierung und Akquisitionen) schnell und effizient umsetzbar sind.
Um diese Strategie umzusetzen verfügt SWC über ein erfahrenes Team mit einem starken Investment Track Record. Die Partner haben umfangreiche Erfahrungen in Bereichen Private Equity, Investment Management und Industrie. Die SWC-Partner und assoziierte Partner verfolgen eine klare "hands on"-Strategie bei der Unterstützung ihrer Portfolio-Unternehmen.
Die M+W Zander Holding AG bietet mit ihren Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften weltweit ein ganzheitliches Leistungsspektrum rund um Firmengebäude, High-Tech-Produktionsanlagen und Industrie-komplexe. Vom Beraten, Planen und Bauen bis hin zum Betreiben und Modernisieren begleitet die Unternehmensgruppe die Wertschöpfungs-kette von Immobilien und Anlagen aus einer Hand. Arbeitsschwerpunkte liegen in der Reinraumtechnik für die Elektronik-, Solar-, Pharma-, Lebensmittelindustrie und für Forschungseinrichtungen, in der Produktion von Reinraumkomponenten, in der Gebäudetechnik sowie im Facility Management.
Als technischer Generalunternehmer übernimmt M+W Zander den Bau von Fertigungsanlagen von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe. In den wichtigsten Geschäftsfeldern zählt M+W Zander zu den Marktführern: weltweit im Anlagenbau Elektronik, in Europa beim Facility Management, in Deutschland bei der Technischen Gebäudeausrüstung. Rund 8.000 Mitarbeiter an über 40 Standorten weltweit erwirtschafteten 2004 einen Umsatz von 2,15 Milliarden Euro.(http://www.mw-zander.com/)