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Jenoptik-Konzern erfüllt seine im November abgegebene Prognose für das Geschäftsjahr 2002

Jena, 28. April 2003

Der Technologiekonzern Jenoptik (WKN 622 910) hat das Geschäftsjahr 2002 mit einem Umsatz von 1.584 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind 20,8 Prozent weniger als im Rekordjahr 2001 (2.001 Mio Euro). Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 40,3 Millionen Euro (i.Vj. 88,3 Mio Euro). Umsatz und Jahresüberschuss liegen damit in dem Rahmen, den der Jenoptik-Konzern Anfang Januar dieses Jahres bekannt gegeben hat. Das Betriebsergebnis ist ebenfalls zurückgegangen und beträgt 64,8 Millionen Euro (i.Vj. 109,1 Mio Euro). Das DVFA/SG-Ergebnis nach Steuern liegt bei 12,4 Millionen Euro (i.Vj. 37,6 Mio Euro).

Auftragseingang und Auftragsbestand erreichen neue Rekordmarken.

Deutlich zulegen konnten dagegen der Auftragseingang und der Auftragsbestand. Der Auftragseingang übersprang erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze. Mit 2.137 Millionen Euro liegt er 13,1 Prozent höher als im Vorjahr (i.Vj. 1.890 Mio Euro). Ebenfalls deutlich über dem Wert des Vorjahres liegt der Auftragsbestand. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2001 stieg er um 37,1 Prozent auf 2.394 Millionen Euro (i.Vj. 1.746 Millionen Euro).
"Nach zwei erfolgreichen Geschäftsjahren mit neuen Bestmarken bei Umsatz, Betriebsergebnis und Jahresüberschuss ist die Jenoptik im Geschäftsjahr 2002 von den schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verschont geblieben", sagte der Vorsitzende des Vorstandes, Prof. Dr. h.c. Lothar Späth, auf der Bilanz-Pressekonferenz der JENOPTIK AG. Für den Rückgang bei Umsatz und Jahresüberschuss nannte Späth drei Gründe. Mehrere Kunden haben Auftragsabrechnungen im Unternehmensbereich Clean Systems in das Geschäftsjahr 2003 verschoben. Dadurch wird ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erst in diesem Jahr umsatz- und ergebniswirksam. Das Ergebnis des Jenoptik-Konzerns wird darüber hinaus belastet durch einen Jahresfehlbetrag der amerikanischen Tochtergesellschaft M+W Zander Inc. in Höhe von 13,6 Millionen Euro. Dieser Jahresfehlbetrag ist im Wesentlichen auf Restrukturierungskosten zurückzuführen. Drittens hat sich die Schwäche der Kapitalmärkte auf das Ergebnis ausgewirkt. Aufgrund von Abschreibungen auf Beteiligungen weist die im Juni 2002 entkonsolidierte Jenoptik-Beteiligung Deutsche Effecten- und Wechselbeteiligungsgesellschaft AG, kurz DEWB, einen Verlust von 22,2 Millionen Euro aus, der sich unmittelbar auf das Ergebnis des Jenoptik-Konzerns in Höhe von 14,4 Millionen Euro auswirkt.

Jenoptik ist zu einem führenden Facility Management-Anbieter geworden.

Nach den Worten Späths hat es auch positive Entwicklungen gegeben. Mit dem Zusammenführen des Facility Management-Geschäftes mit der EADS und dem Erwerb der Mehrheitsanteile an der GTG Gesellschaft für Technisches Gebäudemanagement, einer bisherigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, ist die Jenoptik mit ihrem Unternehmensbereich Clean Systems zu einem führenden Facility Management-Anbieter in Deutschland und Europa aufgestiegen.
Positiv sei auch, dass trotz der anhaltenden Flaute auf dem Halbleitermarkt der Unternehmensbereich Clean Systems den Auftragseingang um rund 20 Prozent steigern konnte. "Es gelingt uns immer besser, unser Know-how aus der Halbleiterindustrie auf andere Branchen zu übertragen und uns so Schritt für Schritt von den Zyklen der Halbleiterindustrie zu lösen. Mittlerweile kommen nur noch rund 40 Prozent der Umsätze aus der Halbleiterindustrie", so Späth.

Finanz- und Vermögenslage des Konzerns ist weiter solide.

Durch die im Geschäftsjahr 2002 vorgenommenen Akquisitionen sind das Eigenkapital und die Eigenkapitalquote des Jenoptik-Konzerns gesunken. Die Eigenkapitalquote liegt bei 34,3 Prozent (i.Vj. 41,3 Prozent), das Eigenkapital beträt 460,6 Millionen Euro (i.Vj. 487,8 Mio Euro). Wie beim Jenoptik-Konzern üblich wurde der Goodwill der erworbenen Gesellschaften (Kaufpreis minus Eigenkapital der erworbenen Gesellschaften) nicht aktiviert, sondern gegen das Konzern-Eigenkapital verrechnet. "Akquisitionsbedingt ist unser Eigenkapital zurückgegangen und unsere Verbindlichkeiten sind etwas gestiegen. Dennoch verfügt die Jenoptik weiterhin über eine solide Finanz- und Vermögenslage", sagte Späth.

Jenoptik-Konzern erwartet 2003 deutliches Umsatzwachstum.

Aufgrund des hohen Auftragsbestandes rechnet der Jenoptik-Konzern damit, dass der Umsatz im Jahr 2003 wieder über der Zwei-Milliarden-Euro-Marke liegen wird. Nach Späths Worten kommt das Umsatzwachstum aus dem Unternehmensbereich Clean Systems.
Die Jenoptik erwartet aus diesem Unternehmensbereich für 2003 einen Umsatz zwischen 1,75 und 1,9 Milliarden Euro, vorausgesetzt, dass alle Projekte frist- und kalkulationsgerecht bis Dezember 2003 abgerechnet werden. Etwa 70 Prozent des erwarteten Umsatzes sind durch bereits erteilte Aufträge abgedeckt. Rund 400 Millionen Euro der 1,75 bis 1,9 Milliarden Euro soll das Geschäftsfeld Facility Management beisteuern. Der Umsatz im Unternehmensbereich Photonics soll sich auf 280 bis 300 Millionen Euro erhöhen. Etwa 55 bis 60 Prozent des Umsatzes sind durch Aufträge bereits gedeckt.
Beim Betriebsergebnis soll der Unternehmensbereich Clean Systems an das Geschäftsjahr 2001 anknüpfen. Die Jenoptik erwartet eine EBIT-Marge, die zwischen 1,8 und 2,5 Prozent des Umsatzes liegt. Im Unternehmensbereich Photonics soll die EBIT-Marge zwischen 9 und 10 Prozent des Umsatzes erreichen. Durch die Entkonsolidierung der DEWB wurde die Ertrags-Abhängigkeit vom stark schwankenden Beteiligungsgeschäft reduziert. Für 2003 plant der Jenoptik-Konzern keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag aus dem Beteiligungsgeschäft der DEWB.
Späth sagte, im Geschäftsjahr 2003 liege das Augenmerk des Jenoptik-Konzerns vor allem darauf, die Integration der neu erworbenen Unternehmen abzuschließen und Kosten einzusparen. Bereits zum 31. Dezember 2002 wurde der Standort der Jenoptik Solid Laser GmbH in Idar-Oberstein geschlossen und nach Jena verlegt. Der Bereich Digitale Kameras für professionelle Fotografie ist im Februar 2003 von Eching bei München nach Jena umgezogen und in die dort bestehenden Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsstrukturen eingebunden worden. Im Unternehmensbereich Clean Systems soll die Integration der D.I.B. und der Krantz TKT im Geschäftsjahr 2003 abgeschlossen werden. Schlanker werden soll auch die Holding des Jenoptik-Konzerns. Bereits im Januar 2003 wurden die Aufgaben des Qualitätsmanagements und des Bereiches Umweltschutz auf die Tochterunternehmen übertragen. Ab 2004 will der Jenoptik-Konzern in der Holding rund 3 Millionen Euro an Personal- und Verwaltungskosten einsparen und die Mitarbeiterzahl auf unter 50 reduzieren.

Jenoptik-Vorstand und -Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,35 Euro je Aktie vor.

Späth sagte, der Jenoptik-Konzern halte an seiner Strategie fest, die Aktionäre am Unternehmenserfolg angemessen zu beteiligen. Aufgrund des schwächeren Jahresüberschusses wird die Dividende für das Jahr 2002 nicht so hoch ausfallen wie für 2001. Vorstand und Aufsichtsrat der JENOPTIK AG schlagen der Hauptversammlung am 18. Juni 2003 vor, eine Dividende je Aktie von 0,35 Euro auszuschütten.

Informationen zu den Unternehmensbereichen.

Umsatz und Ergebnis im Unternehmensbereich Clean Systems fallen niedriger aus.

Der Unternehmensbereich Clean Systemes mit seiner Führungsgesellschaft M+W Zander hat nach sieben Jahren Wachstum den Umsatz im Geschäftsjahr 2002 nicht steigern können. Der Umsatz lag bei 1.309 Millionen Euro (i.Vj. 1.670 Mio Euro). Das sind 21,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Während der Umsatz im Geschäftsfeld Facility Engineering von 1.498 Millionen Euro auf 1.008 Millionen Euro zurückging, ist der Umsatz im Geschäftsfeld Facility Management gestiegen. Er betrug 332 Millionen Euro (i.Vj. 203 Mio Euro).
Der Umsatz-Rückgang im Unternehmensbereich Clean Systems ist zurückzuführen auf Projektverschiebungen im Geschäftsfeld Facility Engineering. Einige Kunden haben für das Jahr 2002 geplante Projekte und einzelne Aufträge in das Jahr 2003 verschoben. Dadurch konnten diese Aufträge im Jahr 2002 nicht fertig gestellt und abgerechnet werden. Das Volumen dieser Aufträge beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro. Diese Umsatzverschiebung wirkt sich auf das Betriebsergebnis aus. Es liegt im Geschäftsjahr 2002 bei 20,3 Millionen Euro und damit 56,5 Prozent unter dem Vorjahreswert von 46,7 Millionen Euro. Zusätzlich belastet wurde das Betriebsergebnis durch Restrukturierungskosten in den USA in Höhe von 13,6 Millionen Euro.

Auftragseingang trotz Halbleiterkrise mit neuer Rekordmarke.

Deutlich höher als im Vorjahr lagen im Geschäftsjahr 2002 sowohl Auftragsbestand als auch Auftragseingang. Die schwierige Lage auf dem Halbleitermarkt und die damit verbundene Investitionszurückhaltung hat die Jenoptik durch Aufträge aus anderen Industrien mehr als ausgleichen können, sodass der Auftragseingang sogar einen neuen Rekordwert erreichte. Der Auftragseingang lag bei 1,879 Millionen Euro und damit rund 20 Prozent höher als im Vorjahr (i.Vj. 1.564 Mio Euro). Der Auftragsbestand erreichte mit 2.073 Millionen Euro per 31. Dezember 2002 ebenfalls eine neue Rekordmarke (i.Vj. 1.432 Mio Euro).

Geschäftsfeld Facility Engineering auf asiatischen wie europäischen Märkten gut platziert.

Auch wenn Projektverschiebungen Umsatz und Ergebnis im Geschäftsfeld Facility Engineering im Geschäftsjahr 2002 verringert haben, hat sich an der führenden Marktstellung in Südostasien und Europa nichts geändert. In der Volksrepublik China, in Singapur und Taiwan konnten wichtige Aufträge gewonnen werden. In Singapur baut M+W Zander das neue Siemenscenter sowie die Reinräume für eine Chipfabrik von UMC/Infineon. Aus der Volksrepublik China erhielt M+W Zander drei Großaufträge in Höhe von 220 Millionen Euro. In Deutschland hat M+W Zander ebenfalls wichtige Projekte gewonnen. Für die Wacker Siltronic AG baut M+W Zander für 125 Millionen Euro die Fab 300-2 in Freiberg/Sachsen. Von AMD aus Dresden kam ein 40-Millionen-Euro-Auftrag zum Bau eines neuen Technologie- und Produktionszentrums sowie ein 60-Millionen-Euro-Auftrag für das gemeinsame Maskenzentrum von AMD, Infineon und DuPont.
Durch den Kauf von Teilen der technischen Gebäudeausrüstung der Krantz TKT-Gruppe aus Bergisch-Gladbach wurde das Geschäftsfeld Facility Engineering weiter gestärkt. Durch die Übernahme fließen M+W Zander Kompetenzen zu, die man bislang so nicht besaß, etwa bei bestimmten Komponenten und Systemen der industriellen Lüftungs- und Brandschutztechnik.

Geschäftsfeld Facility Management ist kräftig gewachsen.

Der Unternehmensbereich Clean Systems hat das Facility Management als zweites wichtiges Standbein im abgelaufenen Geschäftsjahr ausgebaut. Durch die Zusammenführung mit dem Facility Management-Geschäft des Luft- und Raumfahrtunternehmens EADS und durch langfristige Aufträge hat es einen kräftigen Wachstumsschub gegeben. Ende des Jahres wurde dann noch der 49-prozentige Anteil an der GTG Gesellschaft für Technisches Gebäudemanagement GmbH, einer bisherigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bank AG, auf 100 Prozent aufgestockt. Die GTG betreibt das Gebäudemanagement für die von der Deutschen Bank genutzten Immobilien an wichtigen Standorten in Deutschland. So ist einer der größten unabhängigen Facility Management-Anbieter in Europa entstanden, der als einer der ganz wenigen Unternehmen in der Lage ist, seine Dienstleistungen über Ländergrenzen hinweg anzubieten. Besonders von namhaften Finanzdienstleistern wie der Allianz konnte im Geschäftsjahr 2002 eine Reihe langfristiger Aufträge gewonnen werden.

Unternehmensbereich Photonics legt das siebte Jahr in Folge neue Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis vor.

Der Unternehmensbereich Photonics konnte zum siebten Mal in Folge Umsatz und Ergebnis steigern. Der Umsatz verbesserte sich auf 268,2 Millionen Euro (i.Vj. 264,2 Mio Euro) und legte um 1,5 Prozent zu.
Erneut deutlich zugelegt hat das Betriebsergebnis. Das EBIT stieg auf
27,6 Millionen Euro (i.Vj. 25,1 Mio Euro) und liegt damit um 10,0 Prozent höher als im Vorjahr.
Der Auftragseingang ist im Geschäftsjahr 2002 nicht so hoch ausgefallen wie noch ein Jahr zuvor. Er lag mit 250,9 Millionen Euro 14 Prozent niedriger als 2001. Hier hat ein Kunde im Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme einen Großauftrag in Höhe von 25 Millionen Euro zeitlich verschoben. Ein hohes Niveau erreichte der Auftragsbestand, der im Geschäftsjahr 2002 bei 321,2 Millionen Euro lag (i.Vj. 312,7 Mio Euro).
Während der Bereich Optik von der Halbleiterkrise nicht verschont blieb, entwickelten sich insbesondere die Laser- und Sensortechnik, die Automatisierungs- und Verkehrstechnik positiv.

Mit starken Partnern langfristige Perspektiven entwickeln.

Weiter verfolgt hat der Jenoptik-Konzern die Strategie mit starken Partnern zusammenzuarbeiten. Mit der in Liechtenstein beheimateten Hilti AG, einem der größten und renommiertesten Unternehmen der Baubranche, hat die Jenoptik ein gemeinsames Unternehmen gegründet, das in Jena Lasermodule für Laserdistanz-Messgeräte fertigt.
Gestärkt hat der Unternehmensbereich Photonics seine technologische Kompetenz auf dem Gebiet der Sensortechnik durch die Übernahme der Mehrheit an der Jena-Optronik GmbH. An ihr hält die Jenoptik nun 75 Prozent der Anteile, die restlichen 25 Prozent hält die Astrium GmbH. Jena-Optronik ist Spezialist bei optischen und optoelektronischen Sensoren und beliefert vorwiegend die Raumfahrtindustrie. Die in der Jena-Optronik entwickelten Sensortechnologien sind aber auch für Anwendungen in der Medizin- oder der Biotechnik interessant. Diese Märkte sollen in Zukunft verstärkt erschlossen werden.
Durch die Übernahme der Mehrheit an der neu gegründeten Jenoptik Laser Display Technologies GmbH hat sich die Jenoptik die Technologie und die Vermarktung des Rot-Grün-Blau-Lasers (RGB-Laser) gesichert.An dem Unternehmen hält die Jenoptik 60 Prozent der Anteile und hat damit die industrielle Führerschaft übernommen.

Produktions- und Entwicklungsstätten auf neuestem technologischen Stand.

Erneut hat die Jenoptik im abgelaufenen Jahr in ihre Produktionsstätten und Entwicklungslabors investiert, um den hohen Anforderungen an Qualität und Präzision gerecht zu werden. So ist die 1999 begonnene Sanierung von Produktionsgebäuden am Standort Jena abgeschlossen. Ebenfalls im Jahr 2002 hat die Jenoptik-Tochter Robot Visual Systems GmbH in Monheim bei Düsseldorf ein neues Produktions- und Verwaltungsgebäude erhalten. Um künftig noch besser die Anforderungen ihrer Kunden erfüllen zu können, hat die JENOPTIK Automatisierungstechnik GmbH im Herbst 2002 ein neues Kunden-Applikationszentrum in Jena eingeweiht.