Jenoptik-Konzern legt im 1. Quartal 2003 beim Umsatz um 4 Prozent zu.
Jena,
22. Mai 2003
Der Jenoptik-Konzern (WKN 622910) hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres den Umsatz um 4 Prozent auf 263,0 Millionen Euro (i.Vj. 253,0 Mio Euro) gesteigert. Das Umsatzplus wurde von beiden Unternehmensbereichen Clean Systems und Photonics erzielt. Nicht mehr enthalten sind die Umsätze des Bereichs Asset Management, da die DEWB AG im Juni vergangenen Jahres entkonsolidiert wurde.
Beim Auftragseingang konnte der Jenoptik-Konzern erneut deutlich zulegen. Der Auftragseingang von 659,8 Mio Euro liegt um 20,0 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2002 (i. Vj. 549,9 Mio Euro). Der Auftragsbestand erreichte per 31. März dieses Jahres mit 2.791,6 Mio Euro (i. Vj. 2.003,1 Mio Euro) ein neues Rekordniveau. Beide Unternehmensbereiche Clean Systems und Photonics haben zu dem Zuwachs von 39,4 Prozent beigetragen. "Der Auftragseingang des Konzerns hat sich auch im 1. Quartal 2003 sehr erfreulich entwickelt. Erneut konnten wir interessante Großaufträge gewinnen", sagte Jenoptik-Chef Lothar Späth.
Betriebsergebnis fällt wie im Vorjahr abrechnungsbedingt negativ aus.
Das Konzern-Betriebsergebnis ist im 1. Quartal 2003 mit -8,4 Mio Euro negativ ausgefallen (i. Vj. -4,3 Mio Euro). Dementsprechend ist auch das Konzern-Periodenergebnis negativ. Es beträgt -12,8 Mio Euro (i. Vj. -7,6 Mio Euro). Die Differenz zum Vorjahreszeitraum ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im 1. Quartal 2002 ein Ertrag aus dem Verkauf von DEWB-Aktien an einen US-amerikanischen institutionellen Investor enthalten war.
Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Jenoptik-Konzerns ist im Wesentlichen abhängig von vertraglich festgelegten Abrechnungsterminen im Anlagenbau, die vorwiegend in den letzten Monaten des Jahres liegen. Daher können Zahlen aus dem ersten Quartal des Geschäftsjahres nicht auf das Gesamtjahr fortgeschrieben werden.
Operativer Cashflow verbessert sich im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 36 Millionen Euro.
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit verbesserte sich aufgrund hoher Forderungseingänge von minus 22,9 Mio Euro im ersten Quartal des Vorjahres auf plus 12,9 Mio Euro im ersten Quartal 2003. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2002 von 421,9 Mio Euro auf 316,7 Mio Euro reduziert. Der Abbau um 105,2 Mio Euro wurde begünstigt durch den stichtagsbedingt hohen Forderungsbestand zum Jahresende aufgrund der branchenüblich hohen Umsätze am Jahresende. Die dadurch frei gewordene Liquidität wurde für die Reduzierung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie für den Abbau von Rückstellungen aus ausstehenden Rechnungen eingesetzt.
Die Kassen- und Bankguthaben stiegen um 29,1 Mio Euro auf 153,9 Mio Euro (31. 12. 2002: 124,8 Mio Euro). Dem gegenüber standen Verbindlichkeiten aus dem Commercial Paper Programm in Höhe von 66,0 Mio Euro (zum 31. 12. 2002: 50,0 Mio Euro) und Bankkredite in Höhe von 189,0 Mio Euro (zum 31. 12. 2002: 154,8 Mio Euro).
Ausblick 2003: Deutliches Umsatzwachstum erwartet.
Der Jenoptik-Konzern hält nach dem 1. Quartal 2003 an seinen im Geschäftsbericht 2002 formulierten Zielen und den Aussagen auf der Bilanzpressekonferenz am 29. April 2003 fest. Die Jenoptik erwartet für das Gesamtjahr 2003 einen deutlichen Umsatzsprung. Der Konzernumsatz soll wieder die Zwei-Milliarden-Euro-Marke erreichen. Dabei wird das Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr vom Unternehmensbereich Clean Systems getragen. Voraussetzung dafür ist, dass alle Projekte frist- und kalkulationsgerecht abgerechnet werden.
Informationen zu den drei Unternehmensbereichen:
Unternehmensbereich Clean Systems baut seine Marktposition mit neuen Großaufträgen im Facility Management weiter aus.
Der Umsatz im Unternehmensbereich Clean Systems erhöhte sich im 1. Quartal leicht um 2,8 Prozent auf 200,6 Mio Euro (i. Vj. 195,2 Mio Euro). Zugelegt hat im Unternehmensbereich Clean Systems das Geschäftsfeld Facility Management. Mit 75,6 Mio Euro stiegen die Umsatzerlöse um 49,1 Prozent (i. Vj. 50,7 Mio Euro). Der Umsatzsprung ist vor allem auf die D.I.B. Gesellschaft für Standortbetreiberdienste GmbH (D.I.B.) und die GTG Gesellschaft für Technisches Gebäudemanagement mbH (GTG) zurückzuführen, die in den Vorjahreszahlen nicht enthalten sind.
Noch unter dem Vorjahresniveau liegen mit 132,9 Mio Euro die Umsätze des Geschäftsfeldes Facility Engineering (i. Vj. 156,4 Mio Euro). Insbesondere hier gilt jedoch, dass mit der Abrechnung von Großprojekten der Umsatz zwischen den einzelnen Quartalen nur bedingt vergleichbar ist und nicht auf das Gesamtjahr fortgeschrieben werden kann. Die umsatzstärksten Monate liegen im Geschäftsfeld Facility Engineering branchenüblich am Jahresende.
Im Unternehmensbereich Clean Systems erreichte der Auftragseingang 548,2 Mio Euro und legte damit um 11,7 Prozent zu (i. Vj. 490,9 Mio Euro). Ausschlaggebend für das Plus war das Geschäftsfeld Facility Management, das den Auftragseingang auf 231,2 Mio Euro fast verdreifachte (i. Vj. 84,5 Mio Euro). Zu dieser positiven Entwicklung hat vor allem die Integration der GTG beigetragen, an der die Jenoptik zum Ende des Jahres 2002 die Mehrheit übernommen hatte. Zurückgegangen hingegen ist der Auftragseingang im Geschäftsfeld Facility Engineering. Er lag im 1. Quartal bei 323,0 Mio Euro, was einem Minus von 20,6 Prozent entspricht (i. Vj. 406,9 Mio Euro).
Der Auftragsbestand des Unternehmensbereiches Clean Systems zum 31. März 2003 erhöhte sich auf 2.425,3 Mio Euro - ein Plus von 43,4 Prozent (i. Vj. 1.691,0 Mio Euro). Rund 70 bis 80 Prozent des Umsatzes 2003 sind im Unternehmensbereich Clean Systems damit abgedeckt. Im Auftragsbestand enthalten sind die Projekte, deren Abrechnung ins Jahr 2003 verschoben wurde. Dies betrifft insbesondere das Geschäftsfeld Facility Engineering. Hier liegt der Auftragsbestand mit 1.664,0 Mio Euro um 29,9 Prozent über dem Vorjahreswert (i. Vj. 1.280,7 Mio Euro). Einen Auftragsbestand von 764,6 Mio Euro weist das Geschäftsfeld Facility Management zum 31. März 2003 aus (i. Vj. 414,0 Mio Euro). Der Zuwachs um 84,7 Prozent ist sowohl wachstums- als auch akquisitionsbedingt.
Etwas verbessert hat sich das EBIT im Unternehmensbereich Clean Systems. Es liegt bei -9,0 Mio Euro (i. Vj. -9,6 Mio Euro). Für das negative Ergebnis im Geschäftsfeld Facility Engineering von -10,9 Mio Euro (i. Vj. -10,6 Mio Euro) sind die branchenüblichen Abrechnungstermine verantwortlich, die an das Jahresende fallen. Positiv ist das EBIT im Geschäftsfeld Facility Management. Es lag mit 2,0 Mio Euro über dem Vorjahreswert (i. Vj. 0,9 Mio Euro).
Für das Gesamtjahr erwartet der Unternehmensbereich Clean Systems ein Umsatzvolumen zwischen 1,75 und 1,9 Mrd Euro. Voraussetzung dafür ist, dass alle Projekte frist- und kalkulationsgerecht abgerechnet werden. Die EBIT-Marge soll zwischen 1,8 und 2,5 Prozent des Umsatzes liegen.
Unternehmensbereich Photonics erhält Großauftrag aus der Luftfahrtindustrie.
Der Unternehmensbereich Photonics steigerte den Umsatz im 1. Quartal auf 61,1 Mio Euro, das sind 11,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (i. Vj. 54,9 Mio Euro). Zum Umsatzplus beigetragen haben insbesondere die Geschäftsfelder Verkehrssicherheitstechnik und Produktions-automation sowie die erstmalig enthaltene Jena-Optronik GmbH.
Der Unternehmensbereich Photonics hat im 1. Quartal 2003 den Auftragseingang fast verdoppelt. Er lag bei 110,3 Mio Euro (i. Vj. 58,0 Mio Euro). Enthalten ist ein langfristiger Großauftrag im Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme. Die ESW-Extel Systems Wedel hat von der Airbus Deutschland GmbH den ersten Teilauftrag in Höhe von 22 Mio Euro zur Lieferung eines Trolley Lift-Systems für den Airbus A380 erhalten. Der Serienanlauf ist für das Jahr 2005 geplant. Der gesamte Rahmenvertrag läuft über das Jahr 2020 hinaus und wird bis dahin das Volumen von 100 Mio Euro überschreiten. Im Geschäftsfeld Elektro-Optik haben unter anderem der Bereich Automatisierungstechnik und die im Vorjahr nicht enthaltene Jena-Optronik GmbH zum Auftragsplus beigetragen.
Der Auftragsbestand zum 31. März 2003 im Unternehmensbereich Photonics liegt mit 366,3 Mio Euro ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert (i. Vj. 311,4 Mio Euro). Das Plus von 17,6 Prozent resultiert vor allem aus dem sehr hohen Auftragseingang im Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme im 1. Quartal und der seit 31. Dezember 2002 im Auftragsbestand enthaltenen Jena-Optronik GmbH.Der Unternehmensbereich Photonics erreichte ein EBIT von 4,5 Mio Euro, das damit geringfügig unter dem Vorjahreswert blieb (i. Vj. 5,1 Mio Euro). Dieser leichte Rückgang ist unter anderem auf die JENOPTIK LDT GmbH (Laserdisplaytechnik Gera) zurückzuführen, die anlaufbedingt noch ein negatives EBIT ausweist und im Vorjahreszeitraum noch nicht enthalten war.
Der Umsatz im Unternehmensbereich Photonics soll auf 280 bis 300 Mio Euro steigen - bei einer EBIT-Marge zwischen 9 und 10 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen ist es wichtig, dass sich die Halbleiterindustrie im Laufe des Jahres erholt und wieder mehr Aufträge aus dieser Branche kommen.