JENOPTIK AG steigert Konzernumsatz im 1. Halbjahr 2003 um 18 Prozent.
Jena,
13. August 2003
Der Jenoptik-Konzern (ISIN DE0006229107) hat im 1. Halbjahr 2003 bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand die Vorjahresergebnisse übertreffen können. Das operative Ergebnis liegt bereinigt nahezu auf dem Vorjahresniveau. "Die Konjunktur hat sich im 1. Halbjahr etwas schlechter entwickelt, als wir erwartet hatten und die Lungenkrankheit SARS hat unser Geschäft in Asien beeinträchtigt. Vor diesem Hintergrund haben wir ein solides 1. Halbjahr abgeschlossen," sagte Alexander von Witzleben, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG am Mittwoch in Jena zur Halbjahres-Pressekonferenz.
Der Umsatz des Jenoptik-Konzerns lag mit 665,3 Mio. Euro um 18 Prozent höher als im 1. Halbjahr 2002 (i.Vj. 564,0 Mio. Euro). Um 29,5 Prozent zugelegt hat zum 30. Juni 2003 der Auftragsbestand. Er erreichte die Rekordmarke von 2,9 Mrd. Euro (i.Vj. 2,3 Mrd. Euro). Zu einem großen Teil resultiert der Zuwachs beim Umsatz und Auftragsbestand aus Erstkonsolidierungen von Unternehmen, die im 1. Halbjahr 2002 nicht enthalten waren, wie die D.I.B. Gesellschaft für Standortbetreiberdienste GmbH (D.I.B.), die GTG Gesellschaft für technisches Gebäudemanagement mbH sowie die Jena-Optronik GmbH (49 Prozent der GTG und auch der Jena-Optronik GmbH waren bereits im Vorjahr at equity konsolidiert) und die JENOPTIK Laser Display Technology GmbH (LDT). Der Auftragseingang des Jenoptik-Konzerns lag im 2. Halbjahr bei 1.190,2 Mio. Euro und konnte das hohe Vorjahresniveau damit um 7,5 Prozent übertreffen (i.Vj. 1.106,7 Mio. Euro).
Bereinigtes operatives Ergebnis liegt nahezu auf Vorjahresniveau.
Der Jenoptik-Konzern hat das 1. Halbjahr mit einem bereinigten operativen Ergebnis nahezu auf Vorjahresniveau abgeschlossen. Im Konzern-Betriebsergebnis und dementsprechend im Konzern-Periodenergebnis des Vorjahres war ein Ergebnisbeitrag von über 30 Mio. Euro aus dem Verkauf der DEWB-Anteile enthalten. Aus diesem Grund blieben beide Kenngrößen im 1. Halbjahr 2003 deutlich unter dem Vorjahresniveau. Das Konzern-Betriebsergebnis betrug minus 13,2 Mio. Euro (i.Vj. 19,5 Mio. Euro/auf Pro-forma Basis ohne DEWB AG betrug das EBIT i.Vj. minus 13,6 Mio. Euro). Ursache für das erwartungsgemäß noch negative Ergebnis sind die Abrechnungstermine im Anlagenbau, die an das Jahresende fallen. Das Konzern-Periodenergebnis lag bei minus 20,1 Mio. Euro (i.Vj. 13,1 Mio. Euro). Bereinigt um den DEWB-Erlös erreichten das Konzern-Betriebsergebnis und das Konzern-Periodenergebnis das Vorjahresniveau.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2003: Konzernumsatz soll zulegen.
Der Konzernumsatz soll im Geschäftsjahr 2003 steigen und wieder die zwei-Milliarden-Euro-Marke erreichen. Das Umsatzwachstum kommt aus dem Unternehmensbereich Clean Systems, der für 2003 einen Umsatz zwischen 1,75 und 1,9 Mrd. Euro prognostiziert, bei einer EBIT-Marge zwischen 1,8 und 2,5 Prozent. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes in Asien, unter anderem durch SARS, haben sich laufende Projekte im Unternehmensbereich Clean Systems in dieser Region um zwei bis drei Monate verzögert. Sie können damit wahrscheinlich im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr abgerechnet werden. "Aus diesem Grund erwarten wir, dass wir beim Umsatz im Unternehmensbereich Clean Systems lediglich den unteren Wert der Spannbreite erreichen und bei der EBIT-Marge eher etwas unterhalb der Spanne liegen könnten", so Alexander von Witzleben. Im Unternehmensbereich Photonics soll der Umsatz auf 280 bis 300 Mio. Euro steigen, bei einer EBIT-Marge zwischen neun und zehn Prozent.
Informationen zu den Unternehmensbereichen
Unternehmensbereich Clean Systems profitiert von positiver Geschäftsentwicklung im Facility Management
Der Unternehmensbereich Clean Systems erzielte im 1. Halbjahr 2003 mit 528,7 Mio. Euro ein Umsatzplus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau (i.Vj. 433,2 Mio. Euro). Leicht gestiegen ist mit 369,5 Mio. Euro der Umsatz im Geschäftsfeld Facility Engineering (i.Vj. 341,9 Mio. Euro). Damit geht das Umsatzplus im Unternehmensbereich Clean Systems im Wesentlichen auf das Konto des Facility Managements, das einen Umsatzschub von 59,7 Prozent auf 175,0 Mio. Euro verzeichnete (i.Vj. 109,6 Mio. Euro). Neben internem Wachstum ist der Umsatzsprung zurückzuführen auf die Fusion mit der D.I.B. und der Übernahme von 51 Prozent der GTG (49 Prozent der Gesellschaft waren bereits im Vorjahr at equity konsolidiert).
Clean Systems-Betriebsergebnis liegt auf Vorjahresniveau.
Mit minus 17,7 Mio. Euro lag das EBIT im Unternehmensbereich Clean Systems auf dem Niveau des Vorjahres (i.Vj. minus 17,7 Mio. Euro). Ursache für das noch negative EBIT im Unternehmensbereich Clean Systems und damit auch auf Konzernebene sind die Abrechnungstermine für Projekte im Anlagenbau, die an das Jahresende fallen. Aus diesem Grund ist das EBIT im Geschäftsfeld Facility Engineering zum Ende des 1. Halbjahres mit minus 22,6 Mio. Euro negativ ausgefallen (i.Vj. minus 19,0 Mio. Euro).
Im Geschäftsfeld Facility Management fallen die Erlöse - im Gegensatz zum Facility Engineering - kontinuierlich an. Mit 5,3 Mio. Euro hat sich das EBIT hier fast verdoppelt und konnte stärker zulegen als der Umsatz. Mit einer EBIT-Marge von über drei Prozent bezogen auf das 1. Halbjahr liegt das Jenoptik-Facility Management über dem Branchendurchschnitt
Auftragsbestand liegt um mehr als 30 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Zugelegt um 31,4 Prozent hat der Auftragsbestand im Unternehmensbereich Clean Systems. Er erreichte per 30. Juni einen Stand von 2,56 Mrd. Euro (i.Vj. 1,945 Mrd. Euro). Im Auftragsbestand enthalten sind Projekte über rund 1,6 Mrd. Euro, die sowohl das Facility Management als auch das Facility Engineering im Geschäftsjahr 2004 und später abrechnet. Im Geschäftsfeld Facility Engineering lag der Auftragsbestand bei 1.768,8 Mio. Euro - 13,0 Prozent höher als im 1. Halbjahr 2002 (i.Vj. 1.564,8 Mio. Euro). Das Facility Management konnte mit 790,4 Mio. Euro den Auftragsbestand mehr als verdoppeln (i.Vj. 386,4 Mio. Euro). Ursache für das hohe Wachstum sind hier der hohe Auftragseingang im 1. Halbjahr aber auch der Auftragsbestand der D.I.B. und der GTG, die im Vorjahreszeitraum noch nicht enthalten waren.
Der leichte Zuwachs beim Auftragseingang im Unternehmensbereich Clean Systems auf 1.016,1 Mio. Euro (i.Vj. 983,3 Mio. Euro) geht allein auf das Konto des Geschäftsfeldes Facility Management. Hier hat sich der Auftragseingang mit 364,1 Mio. Euro mehr als verdoppelt (i.Vj. 118,6 Mio. Euro). Mit einem langfristigen Auftrag von der Deutschen Bank hat die Facility Management-Sparte im 1. Halbjahr 2003 einen wichtigen neuen Kunden gewonnen. Der Auftrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren erreicht ein Volumen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich pro Jahr.
Unter Vorjahreswert liegt - nach einem außergewöhnlich hohen Auftragseingang im 1. Halbjahr 2002 - das Geschäftsfeld Facility Engineering, das Ordereingänge in Höhe von 664,6 Mio. Euro verbuchte (i.Vj. 874,1 Mio. Euro). Wichtige Auftragseingänge kamen hier vom Schlüsselkunden AU Optronics sowie aus der Forschung. In den USA plant und baut die M+W Zander U.S. Operations Inc. ein neues Nanotechnologie-Zentrum für die State University of New York.
Unternehmensbereich Photonics schließt trotz schwieriger Konjunktur an das Vorjahresergebnis an.
Der Unternehmensbereich Photonics hat trotz schwieriger Konjunkturentwicklung ein erfolgreiches 1. Halbjahr 2003 abgeschlossen und konnte bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand die Vorjahreswerte übertreffen. Um 9,0 Prozent gestiegen ist der Umsatz. Er betrug 133,7 Mio. Euro (i.Vj. 122,7 Mio. Euro). Insbesondere das Geschäftsfeld Elektro-Optik konnte die Umsatzerlöse deutlich steigern auf 83,2 Mio. Euro (i.Vj. 74,2 Mio. Euro). Der Zuwachs kommt aus den Bereichen Verkehrs-Sicherheitstechnik und Produktionsautomation sowie von den erstmals enthaltenen Gesellschaften Jena-Optronik GmbH (49 Prozent der Jena-Optronik GmbH waren bereits im Vorjahr at equity konsolidiert) und Jenoptik LDT GmbH. Mit einem Umsatz von 43,6 Mio. Euro konnte auch das Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme leicht zulegen (i.Vj. 42,8 Mio. Euro).
Mit 11,9 Mio. Euro ist das EBIT im Unternehmensbereich Photonics im 1. Halbjahr 2003 leicht zurückgegangen (i.Vj. 12,5 Mio. Euro). Ursache dafür ist die erstmals enthaltene Jenoptik LDT GmbH, die ein noch negatives EBIT ausweist.
Photonics-Auftragseingang mit Plus von 48,4 Prozent.
Trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen konnte der Unternehmensbereich Photonics den Auftragseingang im Vergleich zum 1. Halbjahr 2002 um 48,4 Prozent auf 171,4 Mio. Euro steigern (i.Vj. 115,5 Mio. Euro). Neben dem Zuwachs beim Auftragseingang in den Bereichen Automatisierungstechnik und Verkehrs-Sicherheitstechnik hat das Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme im 1. Halbjahr langfristige Großaufträge erhalten. Dazu zählt der langfristige Rahmenvertrag mit der Airbus Deutschland GmbH zur Lieferung des Trolley-Lift-Systems für den Airbus A380. Der erste Teilauftrag im 1. Halbjahr 2003 hatte ein Volumen von 22 Mio. Euro. Der langfristige Rahmenvertrag läuft über das Jahr 2020 hinaus und wird bis dahin das Volumen von 100 Mio. Euro voraussichtlich überschreiten.
Auch der Auftragsbestand im Unternehmensbereich Photonics lag mit 353,2 Mio. Euro deutlich höher als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 300,5 Mio. Euro). Der Zuwachs um 17,5 Prozent resultiert im Wesentlichen aus dem sehr hohen Auftragseingang im Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme im 1. Halbjahr sowie aus dem Auftragsbestand der Jena-Optronik GmbH, die im Vorjahr noch nicht enthalten war.