Konzernumsatz überstieg Vorjahresniveau deutlich um 10 Prozent.
Jena,
13. November 2003
Operatives Ergebnis des Jenoptik-Konzerns - bereinigt um den DEWB-Erlös - leicht unter Vorjahreswert. Auftragseingang erreichte hohes Niveau des Vorjahres.
Der Jenoptik-Konzern hat in den ersten neun Geschäftsmonaten beim Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. Geringfügig unter dem vergleichbaren, um den DEWB-Erlös bereinigten Vorjahreswert lag das Konzern-EBIT. Im Unternehmensbereich Clean Systems, der einen großen Umsatzanteil im 4. Quartal abrechnet, haben Restrukturierungs-aufwendungen und die Abrechnung margenschwacher Projekte im Bereich Facility Engineering das Ergebnis belastet. Aus diesem Grund rechnet der Jenoptik-Konzern damit, dass - wie schon im Zwischenbericht geschrieben - das Ergebnis im Unternehmensbereich Clean Systems etwas unterhalb der ursprünglich am Jahresanfang prognostizierten EBIT-Marge von 1,8 bis 2,5 Prozent liegen wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Abrechnung aller Projekte, die für das wichtigste 4. Quartal eingeplant sind, frist- und kalkulationsgerecht erfolgt. Der Konzernumsatz für das Gesamtjahr soll von knapp 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2002 wieder auf etwa 2 Milliarden Euro 2003 steigen.
Operatives Ergebnis des Jenoptik-Konzerns leicht unter dem - um den DEWB-Erlös bereinigten - Vorjahreswert.
Der Konzernumsatz in den ersten neun Geschäftsmonaten erreichte 933,0 Mio. Euro (i.Vj. 847,7 Mio. Euro) und lag damit 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis auf vergleichbarer operativer Basis blieb nur leicht unter Vorjahresniveau. In den Vorjahreswerten des Konzern-EBIT und des Konzern-Periodenergebnisses enthalten war ein Ergebnisbeitrag von über 30 Mio. Euro aus dem Verkauf der DEWB-Anteile. Bereinigt um den DEWB-Erlös lagen EBIT und Periodenergebnis des Konzerns zum Ende des 3. Quartals 2003 leicht unter dem Vorjahreswert. Das Konzern-EBIT betrug minus 26,6 Mio. Euro (i.Vj. 18,0 Mio. Euro); das Konzern-Periodenergebnis lag bei minus 38,8 Mio. Euro (i.Vj. 1,2 Mio. Euro). Mit einem Auftragseingang in Höhe von 1.477,1 Mio. Euro konnte der Technologiekonzern an den hohen Auftragseingang des Vorjahres-zeitraums anknüpfen (i.Vj. 1.487,5 Mio. Euro). Der Auftragsbestand lag per 30. September 2003 mit 2.919,5 Mio. Euro nahe der Drei-Milliarden-Euro-Grenze (i.Vj. 2.505,0 Mio. Euro). Damit hat der Jenoptik-Konzern ein neues Allzeit-Hoch beim Auftragsbestand erreicht.
Kapitalerhöhung im 4. Quartal stärkt Eigenkapital.
Im laufenden 4. Quartal hat die Jenoptik zwei wichtige Kapitalmaß-nahmen erfolgreich abgeschlossen - die Platzierung einer Anleihe und eine Bar-Kapitalerhöhung. Der JENOPTIK AG sind damit Bruttoerlöse in Höhe von rund 200 Mio. Euro zugeflossen. Damit wurden kurzfristige Finanzverbindlichkeiten reduziert. Das Verhältnis von kurzfristigen zu langfristigen Finanzverbindlichkeiten hat sich so wesentlich zugunsten der langfristigen Finanzverbindlichkeiten verschoben. Durch die Kapitalerhöhung hat sich die Eigenkapitalbasis des Konzerns verbessert. Die Finanzmittel sollen auch zur Finanzierung des weiteren Wachstums eingesetzt werden.
Ausblick: Umsatzanstieg in 2003.
Der Umsatz des Jenoptik-Konzerns soll im Geschäftsjahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigen und wieder um die Zwei-Milliarden-Euro-Marke liegen. Das Umsatzwachstum kommt aus dem Unternehmensbereich Clean Systems, der 2003 einen Umsatz von knapp 1,7 Mrd. Euro erzielen soll. Aufgrund von Projektverschiebungen in Asien erwartet der Jenoptik-Vorstand jedoch - wie schon im Bericht über das 1. Halbjahr 2003 geschrieben - dass die EBIT-Marge 2003 etwas unterhalb der zu Jahresbeginn ursprünglich prognostizierten Spanne von 1,8 bis 2,5 Prozent liegen wird. Voraussetzung hierfür ist, dass alle weiteren Projekte frist- und kalkulationsgerecht abgerechnet werden.
Im Unternehmensbereich Photonics soll der Umsatz auf 280 bis 300 Mio. Euro steigen. Die EBIT-Marge soll hier zwischen 9 und 10 Prozent liegen.
Wie bereits berichtet, hat die Jenoptik im Herbst dieses Jahres zwei wichtige Kapitalmaßnahmen erfolgreich abgeschlossen: eine Bar-Kapitalerhöhung sowie die Platzierung einer Anleihe über 150 Mio. Euro. Im Zuge dieser Kapitalmaßnahmen werden der JENOPTIK AG Kosten in Höhe von rund 9 Mio. Euro entstehen, die in den ursprünglichen Planungen für das Geschäftsjahr 2003 nicht enthalten waren.
Photonics legt bei Umsatz- und Auftragseingang zu.
Der Unternehmensbereich Photonics hat mit seiner breiten Produktpalette in den Hochtechnologie-Bereichen Elektromechanische Systeme und Elektro-Optik konjunkturelle Schwankungen gut ausgleichen können und Umsatzerlöse in Höhe von 194,0 Mio. Euro erzielt (i.Vj. 181,0 Mio. Euro). Zurückzuführen ist das Umsatzwachstum ausschließlich auf das Geschäftsfeld Elektro-Optik. Beigetragen zum Plus haben neben dem internen Wachstum der Bereiche Verkehrs-Sicherheitstechnik und Prozessautomation vor allem die Umsätze der Jena-Optronik GmbH und der JENOPTIK Laser Display Technology GmbH (LDT), die im Vorjahreszeitraum nicht enthalten waren.
Mit 16,1 Mio. Euro erreichte Photonics ein deutlich positives Betriebsergebnis, das etwas geringer ausgefallen ist als das Neun-Monats-Ergebnis im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 18,5 Mio. Euro). Eine der Ursachen dafür ist die erstmals enthaltene Jenoptik LDT, die ein noch negatives Ergebnis ausweist. Darüber hinaus hat auch das zurückhaltende Investitionsverhalten der Halbleiterbranche das EBIT im Unternehmensbereich Photonics beeinflusst.
Mit 240,9 Mio. Euro - einem Plus von 31 Prozent - verzeichnete der Unternehmensbereich Photonics deutlich mehr Auftragseingänge als im gleichen Zeitraum 2002 (i.Vj. 183,8 Mio. Euro). Vom US-amerikanischen Unternehmen Spectra-Physics kam im Zuge der Partnerschaft im Bereich Scheibenlaser im September ein Großauftrag. Dies führte - neben anderen Faktoren - auch beim Photonics-Auftragsbestand zu einem Plus. Er stieg um 20,7 Prozent auf 360,9 Mio. Euro (i.Vj. 299,1 Mio. Euro). Darüber hinaus ist dieser Zuwachs zurückzuführen auf die hohen langfristigen Auftragseingänge im Geschäftsfeld Elektromechanische Systeme im laufenden Jahr sowie auf den Auftragsbestand der Jena-Optronik GmbH, der im Vorjahr nicht enthalten war.
Clean Systems profitiert vom Facility Management.
Mit 735,6 Mio. Euro erreichte Clean Systems Umsatzerlöse, die 11,9 Prozent höher lagen als im Vorjahreszeitraum (i.Vj. 657,4 Mio. Euro). Im Bereich Facility Engineering stieg der Umsatz um 7,8 Prozent auf 478,7 Mio. Euro (i.Vj. 444,2 Mio. Euro). Zurückzuführen ist der Umsatzanstieg im Wesentlichen auf die Übernahme von Aktivitäten und Projekten der Krantz TKT im Vorjahr. Die Umsatzzahlen des Facility Engineering können nicht auf das Gesamtjahr fortgeschrieben werden. Aufgrund der branchenüblichen Abrechnungstermine im Anlagenbau, die an das Jahresende fallen, ist das 4. Quartal im Geschäftsfeld Facility Engineering das Wichtigste für Umsatz und Ergebnis. Um 16,7 Prozent auf 278,3 Mio. Euro gestiegen ist der Umsatz im Bereich Facility Management (i.Vj. 238,4 Mio. Euro). Entgegen dem Facility Engineering fallen die Umsatzerlöse hier kontinuierlich an. Beigetragen zum Umsatzplus haben eine Reihe neuer Großaufträge, die das Facility Management im ersten Halbjahr erhalten hat, sowie die Übernahme der restlichen 51 Prozent der GTG Gesellschaft für Technisches Gebäudemanagement mbH, die in den Zahlen des Vorjahreszeitraums noch nicht enthalten war (49 Prozent waren bereits im Vorjahr in Besitz des Jenoptik-Konzerns, jedoch at equity konsolidiert).
Der Unternehmensbereich Clean Systems lag mit einem EBIT von minus 30,7 Mio. Euro um 2,5 Mio. Euro unter Vorjahr (i.Vj. -28,2 Mio. Euro). Deutlich zulegen beim Neun-Monats-Ergebnis konnte jedoch das Geschäftsfeld Facility Management. Mit einem EBIT von 9,1 Mio. Euro erreichte es ein Plus von mehr als 50 Prozent (i.Vj. 6,0 Mio. Euro). Beigetragen haben hier unter anderem neue Großaufträge, die das Facility Management in diesem Jahr erhalten hat. Mit einem Minus von 39,0 Mio. Euro blieb das Geschäftsfeld-EBIT im Facility Engineering um 7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (i.Vj. -32,0 Mio. Euro). Ursache für das noch negative Ergebnis ist, dass ein großer Teil des Umsatzes 2003 erst im 4. Quartal abgerechnet wird. Der Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Zum einen auf die Integration der Krantz TKT-Aktivitäten und die auch hier noch ausstehende Abrechnung größerer Krantz TKT-Projekte im 4. Quartal dieses Jahres und zum anderen auf die Abrechnung margenschwacher Projekte im Geschäftsfeld Facility Engineering, die während der Halbleiterkrise unter Preisdruck gewonnen wurden. Weiterhin sind im Bereich Facility Engineering Restrukturierungs-Aufwendungen in Höhe von 5 Mio. Euro entstanden.
Clean-Systems-Auftragseingang leicht unter Vorjahresniveau.
Mit 1.232,9 Mio. Euro lag der Auftragseingang im Unternehmensbereich Clean Systems leicht unter der Vergleichsmarke vom Jahr 2002 (i.Vj. 1.294,5 Mio. Euro). Deutlich unter Vorjahresniveau sind mit 822,5 Mio. Euro die Ordereingänge im Facility Engineering ausgefallen (i.Vj. 1.022,1 Mio. Euro). Hier hat sich die anspringende Konjunktur der Halbleiter-Branche noch nicht so schnell in neuen Großaufträgen für das Facility Engineering niedergeschlagen. Einen Zuwachs von knapp 50 Prozent beim Auftragseingang hingegen verzeichnet das Geschäftsfeld Facility Management. Mit mehreren Großaufträgen in den ersten neun Geschäftsmonaten konnten wichtige neue Kunden hinzugewonnen werden.
Im Unternehmensbereich Clean Systems ist der Auftragsbestand um
16 Prozent auf 2.558,6 Mio. Euro gestiegen (i.Vj. 2.206,0 Mio. Euro). Davon wird im laufenden Geschäftsjahr noch knapp eine Milliarde Euro abgerechnet.