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Die Jena-Optronik GmbH erhält erneut Auftrag zum Bau von Monitoren für die Messung von Gamma-Strahlung.

Jena, 04. September 2003

Weitere wissenschaftliche Kooperation mit der NASA ist damit auf den Weg gebracht.
Die Jena-Optronik GmbH, ein Unternehmen im Jenoptik-Unternehmensbereich Photonics, hat vom Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) in Garching den Auftrag zum Bau des so genannten Gamma Burst Monitors für die amerikanische Mission GLAST erhalten. Das Auftragsvolumen für die Jena-Optronik GmbH liegt im einstelligen Millionen-Euro-Bereich.
Der Gamma Burst Monitor soll beim Auffinden von Gammastrahlung im Weltall helfen. Die amerikanische Mission GLAST (Gamma Ray Large Area Space Telescope) dient der weiteren Erforschung von Gammastrahlen-Ausbrüchen, den so genannten Gamma Ray Bursts.
Mit dem Auftrag ist es dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Max-Planck-Institut für Extraterrestrische Physik (MPE) und der Jena-Optronik gelungen, eine weitere wissenschaftliche Kooperation mit der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA auf den Weg zu bringen. Der GLAST Satellit soll Ende 2005 gestartet werden und eine Lebensdauer von mindestens fünf Jahren haben. Zunächst soll eine Durchmusterung des Himmels nach Gamma-Strahlungsquellen erfolgen. Anschließend sollen besonders interessante Objekte gezielt beobachtet werden.

Jena-Optronik hat Erfahrung bei der Entwicklung hoch sensibler Detektoren.

 Die Jena-Optronik wurde für diesen Auftrag ausgewählt, weil sie über Erfahrung bei der Entwicklung hoch sensibler Detektoren für Gamma-strahlen verfügt. Bewiesen hat die Jenoptik-Tochter dies beim Bau des Gamma Anti-Coincidence-Systems für die europäische Mission Integral (International Gamma-Ray Astrophysics Laboratory). Integral wurde im Oktober 2002 ins All gebracht und arbeitet seitdem zuverlässig zur vollen Zufriedenheit einer breiten wissenschaftlichen Gemeinschaft.
Um jede Störung der Integral-Detektoren zu vermeiden, wurden sie mit einer Schutzschicht aus BGO-Kristallen umgeben (Bismuth-Germanatoxid). Technologisches Know-how ist notwendig beim Umgang mit den speziellen Detektoren aus BGO-Kristallen, den angekoppelten PhotoMultipliern und FrontEnd Elektroniken.

  • Unternehmensportrait: Jena-Optronik GmbH.

    Die Jena-Optronik GmbH, 1992 gegründet, entwickelt und fertigt opto-elektronische Instrumente und Systeme, Lageregelungssensoren und Software für Satelliten und Bildauswertung für die internationale Luft- und Raumfahrtindustrie. Zu den Entwicklungen der Jena-Optronik gehören auch Rendez-Vous- und Docking-Sensoren, die die präzise Annäherung der europäischen und japanischen Versorgungsfahrzeuge an die Internationale Raumfahrtstation ISS ermöglichen. Außerdem bietet die Jena-Optronik GmbH umfassende Ingenieur-Dienste in dem Bereich optischer Sensorik für Wissenschaft und Industrie an. Das Unternehmen beschäftigt über 120 hoch qualifizierte Mitarbeiter an seinem Standort in Jena. Seit Januar 2003 ist die Jena-Optronik eine Mehrheitsbeteiligung der Jenoptik. Die JENOPTIK Laser, Optik, Systeme GmbH hat ihren Anteil an der Gesellschaft 2002 von 49 auf 75 Prozent erhöht und damit die industrielle Führerschaft übernommen.

  • Gamma-Strahlung
    Gammastrahlung ist Photonenstrahlung, die von angeregten Atomkernen ausgesandt wird, wenn sie in einen Zustand kleinerer Energie übergehen, oder die bei Elementarteilchen-Prozessen entsteht. Sie ist, unsichtbar für das menschliche Auge, die höchstenergetische Form elektromagnetischer Strahlung. Das elektromagnetische Spektrum beschreibt die Gesamtheit aller Formen elektromagnetischer Strahlung: Radiowellen, Infrarot-strahlung, sichtbares Licht, Ultraviolettstrahlung, Röntgenstrahlung und Gammastrahlung. Sie unterscheiden sich in der Energie der Strahlung.
    Für die Astronomie ist die Gamma-Strahlung ein bedeutsames Forschungsfeld. Neben der Suche nach den Quellen der Strahlung stehen die immer wieder beobachteten Gamma-Strahlen-Ausbrüche im Interesse der Missionen. Aufschluss erhoffen sich die Forscher dadurch über die Ursachen gewaltiger Explosionen im All, das Kollabieren von Sternen (Supernova) und der Herkunft des Lebens.
    Aufgrund der hohen Energie kann Gammastrahlung nicht mit einer Linse oder einem Spiegel fokussiert werden. Deshalb sind spezielle Messeinrichtungen erforderlich, um Störstrahlung vom eigentlichen Mess-Signal zu unterscheiden.