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Neue Jenoptik mit kräftigem Umsatz- und Ergebniszuwachs im 1. Halbjahr 2006. Prognosen für das Gesamtjahr beibehalten.

Jena, 09. August 2006

Der Jenoptik-Konzern veröffentlicht das erste Zahlenwerk nach Abschluss des Verkaufs des Unternehmensbereiches Clean Systems. Die fortgeführten Geschäftsbereiche übertrafen beim Halbjahresumsatz und EBIT die Vorjahreswerte zweistellig. Das Nachsteuerergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche hat sich mit 10,4 Mio Euro nahezu verdoppelt. Die Nettoverschuldung sank deutlich auf rund 220 Mio Euro, die Eigenkapitalquote stieg infolge der Bilanzverkürzung von 20,8 Prozent auf 34,3 Prozent.

Die fortgeführten Geschäftsbereiche profitieren von einer anhaltend guten Entwicklung der Konjunktur und dem damit verbundenen Wachstum der photonischen Technologien als Querschnittstechnologie. Neben einer starken Nachfrage der Halbleiterausrüster, für die Jenoptik Hochleistungsoptiken liefert, sind es vor allem neue Produkte und Technologien des Konzerns, die sich am Markt durchsetzen. Dazu zählen beispielsweise Mikrooptiken, Hochleistungsdiodenlaser, die Digitaltechnik in der Verkehrsüberwachung sowie die optische industrielle Messtechnik.

Die fortgeführten Geschäftsbereiche konnten den Umsatz im 1. Halbjahr 2006 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,1 Prozent auf 224,9 Mio Euro (i.Vj. 197,1 Mio Euro) steigern. Alle drei operativen Sparten trugen dazu bei. Besonders hoch fiel mit rund 32 Prozent der Umsatzzuwachs in der Laser & Optik-Sparte aus. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen (EBITDA) der fortgeführten Geschäftsbereiche stieg um 24,5 Prozent auf 31,3 Mio Euro nach 25,2 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Das EBIT erhöhte sich um 28,9 Prozent auf 16,1 Mio Euro (i.Vj. 12,5 Mio Euro) und stieg damit deutlich stärker als der Umsatz. Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche hat sich mit 10,4 Mio Euro (i.Vj. 5,3 Mio Euro) nahezu verdoppelt.

Beim Auftragseingang erreichten die fortgeführten Geschäftsbereiche trotz mehrerer Großaufträge im Vorjahr mit 243,2 Mio Euro nahezu dieses hohe Niveau (i.Vj. 244,3 Mio Euro). Die Laser & Optik-Sparte profitierte von einem hohen Auftragseingang in den Bereichen Hochleistungs- und Mikrooptik und konnte damit den erwarteten Rückgang des Auftragseingangs der Sensorik- und der Mechatronik-Sparte kompensieren. Der Auftragsbestand lag mit 454,2 Mio Euro um knapp
10 Mio Euro höher als vor einem Jahr (i.Vj. 444,5 Mio Euro).
 

Die Mitarbeiter der fortgeführten Geschäftsbereiche sind gegenüber Dezember 2005 um 60 auf 2.895 angewachsen (per 31. Dezember 2005: 2.835 Mitarbeiter). In der Laser & Optik-Sparte (1.211 Mitarbeiter) kamen 64 Beschäftigte hinzu, sowohl durch kleinere Akquisitionen als auch durch organisches Wachstum. Die Anzahl der Beschäftigten in der Sensorik-Sparte (781 Mitarbeiter) und der Mechatronik-Sparte (841 Mitarbeiter) blieb nahezu konstant.

Die F+E-Kosten stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 20 Prozent auf 14,4 Mio Euro (i.Vj. 12,0 Mio Euro). Der Anteil der F+E-Kosten am Halbjahresumsatz betrug 6,4 Prozent. Nicht erfasst sind die F+E-Aufwendungen der im Beteiligungsergebnis ausgewiesenen forschungs-intensiven Gesellschaften Xtreme technologies und Jenoptik Diode Lab sowie des Weiteren die Entwicklungen im Kundenauftrag, die in den Umsatzkosten ausgewiesen werden.

Nettoverschuldung sank, Eigenkapitalquote stieg.

Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Jenoptik-Konzerns ist nach dem Verkauf des Unternehmensbereiches Clean Systems stabiler. Dies drückt sich nicht nur in den positiven Ergebnisbeiträgen der operativen Sparten sondern auch in einer Verbesserung wesentlicher Finanzkennzahlen und Bilanzpositionen des Konzerns aus, so unter anderem der Nettoverschuldung und der Eigenkapitalquote.

Die Nettoverschuldung reduzierte sich zum 30. Juni 2006 auf 220,6 Mio Euro (per 31. Dezember 2005: 375,5 Mio Euro). Positiv wirkte sich die Kaufpreiszahlung für den Unternehmensbereich Clean Systems in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrages aus.

Die Bilanzsumme des Jenoptik-Konzerns hat sich infolge des Verkaufs des Unternehmensbereiches Clean Systems um 611,0 Mio Euro auf 897,2 Mio Euro verkürzt. Die Aktiva und Passiva von M+W Zander waren bereits zum 31. Dezember 2005 als "zur Veräußerung vorgesehen" ausgewiesen.

Das Eigenkapital sank aufgrund des Rückgangs der Minderheitsanteile im Zuge des Verkaufs von M+W Zander von 314,3 Mio Euro Ende Dezember 2005 auf 307,8 Mio Euro. Das Eigenkapital der Aktionäre hingegen erhöhte sich im Zuge des positiven Halbjahresergebnisses. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich aufgrund der Bilanzverkürzung erheblich auf 34,3 Prozent (per 31. Dezember 2005: 20,8 Prozent).

Aufgrund des erfolgreich abgeschlossenen Verkaufs des Unternehmensbereiches Clean Systems und der damit verbundenen Verbesserung des Finanz- und Risikoprofils hat die Ratingagentur Standard&Poor`s das Rating für Jenoptik von B auf B+ (outlook stable) heraufgestuft.
 

Ausblick 2006: Prognosen für das Gesamtjahr und langfristige Wachstumsziele des Konzerns beibehalten.

Der Vorstand des Jenoptik-Konzerns behält nach dem 1. Halbjahr 2006 die im April veröffentlichten Prognosen für das Gesamtjahr bei. Es kann möglich sein, dass Umsatz und operatives Ergebnis vor Holdingkosten am oberen Rand der prognostizierten Spannen liegen. Der Umsatz des Jenoptik-Konzerns, ohne Berücksichtigung des aufgegebenen Geschäftsbereiches, soll 2006 auf 420 bis 450 Mio Euro steigen. Beim Ergebnis strebt Jenoptik eine Qualität analog der Vorjahre des Unternehmensbereiches Photonics an und damit eine EBIT-Marge vor Holdingkosten von 9 bis
10 Prozent des Umsatzes bzw. ein EBIT vor Holdingkosten zwischen 38 und 44 Mio Euro.
Das Risiko, dass es aus dem im Mai 2006 abgeschlossenen Verkauf von M+W Zander nochmals Ergebniseffekte geben kann, schätzt der Jenoptik-Vorstand als gering ein.

Der vor nur einem Jahr von der Hauptversammlung 2005 mit großer Mehrheit beschlossene Strategiewechsel wurde erfolgreich umgesetzt. Seit dem Sieg vor dem Bundesgerichtshof besteht Rechtssicherheit für die JENOPTIK AG in Sachen DEWB-Abfindungsprozess. Der BGH hat am 8. Mai 2006 der Revision der JENOPTIK AG stattgegeben und damit in letzter Instanz über die Klage eines DEWB-Aktionärs auf Abfindungszahlungen zugunsten der Jenoptik entschieden. Gleichzeitig hat der Jenoptik-Konzern im abgelaufenen 1. Halbjahr weitere wichtige Eckpfeiler für die künftige Entwicklung gesetzt. So startete der Jenoptik-Konzern im Mai dieses Jahres einen Prozess der Neupositionierung. In einem ersten Schritt werden die Konzerngesellschaften unter einem neuen Markendach zusammengeführt. Mit Dr. Michael Mertin wird ein erfahrener Manager, der die Photonics-Branche seit Jahren kennt, ab Oktober dieses Jahres planmäßig Norbert Thiel im Jenoptik-Vorstand folgen.

Der Jenoptik-Konzern will mit rund 10 Prozent pro Jahr wachsen. Akquisitionen sollen einem starken organischem Wachstum Schub verleihen. Mit dem Erwerb des französischen Messtechnik-Unternehmens ETAMIC SA im Juli 2006, der noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen steht, zählt Jenoptik nun im Bereich der dimensionellen Messtechnik zu den weltweit führenden Anbietern. Beim Ergebnis strebt der Konzern eine Qualität analog der Vorjahre des Unternehmensbereiches Photonics an. Mittelfristig sollen die 9 bis 10 Prozent EBIT-Marge auch nach Holdingkosten erreicht werden. Nachlaufende Themen, wie nichtstrategische Beteiligungen und nicht selbst genutzte Immobilien werden schrittweise zurückgefahren. Im 1. Halbjahr 2006 hat die JENOPTIK AG ihre Anteile an der DEWB AG bereits deutlich auf unter 20 Prozent reduziert. Unterstützt wird der Wachstumskurs des Konzerns gegenwärtig durch eine gute Konjunkturentwicklung der Gesamtwirtschaft und der für Jenoptik relevanten Branchen.

Jenoptik-Konzern auf einen Blick

1. Halbjahr 2006 und 2. Quartal 2006

 (Angaben in Mio Euro)   1. Hj. 2006   1. Hj. 2005  Q2/2006  Q2/2005
 Umsatz - Konzern *  741,9  895,1  142,3  486,0
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  224,9  197,1  115,9  106,7
 Betriebsergebnis (EBIT) Konzern *  28,8  21,0  11,1  10,3
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  16,1  12,5  7,2  7,2
 Ergebnis nach Steuern - Konzern *  12,6   0,8   3,3  -1,7
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  10,4    5,3   5,2  1,1
 Auftragseingang - Konzern *  784,3  1.321,5  196,8  565,9
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  243,2  244,3  125,8  103,6
 Auftragsbestand - Konzern  454,2  2.311,2  -  -
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  454,2  444,5  -  -
 Mitarbeiter zum 30.6. (incl. Azubis) - Konzern  2.895  9.126   -  -
 Fortgeführte Geschäftsbereiche  2.895  2.641  -  -

 * M+W Zander ist anteilig bis zum Closing des Verkaufsvertrages enthalten. In den Vorjahreszahlen ist M+W Zander vollständig enthalten.