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Heinz Mack - Lichtbilder: tangente 31 in der Jenoptik-Galerie.

Jena, 04. Dezember 2006

Die neue Ausstellung in der Galerie der JENOPTIK AG ist dem Lichtkünstler und Mitbegründer der legendären Künstlergruppe "ZERO" Heinz Mack gewidmet, der in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden ist. Nach einer bereits erfolgten Werkschau im Jahr 1999 mit Skulpturen und Gemälden bei Jenoptik stellt die "tangente 31" die Fotografie im Werk von Mack vor, mit der er erst seit kurzem an die Öffentlichkeit tritt.

Die Auswahl der 15 großformatigen, im Diasec-Verfahren ausbelichteten Bilder, stellt einen ganzen Fächer von Bildthemen und Werkphasen seines weiten Tätigkeitsfeldes dar, die alle um das eine zentrale Thema kreisen: Licht und seine Immaterialität. Mit Aufnahmen seiner Skulpturen, Objekte, Bilder und Projekte in der Landschaft vergegenwärtigt Mack seinen speziellen Blick auf seine Kunst und sensibilisiert das Auge des Betrachters für feinste Wahrnehmungen. Seine Fotografie vermag die poetische Intention seiner Kunst zu verdeutlichen, indem sie dem Zauber der Werke nachspürt, der sich erst im Dialog mit dem Licht entfaltet.

"Jenoptik und Heinz Mack, wir haben gewissermaßen den selben ,Werkstoff' - das Licht. Durch die Kunst lernen wir Licht aus einem anderen, sinnlichen, aber auch philosphischen und gewiss faszinierenden Blickwinkel kennen", so der Jenoptik-Technologievorstand Dr. Michael Mertin.

Mack setzt die Kamera ein, um Lichterscheinungen auf den metallischen Oberflächen seiner "Licht-Reliefs" zu fassen. Die typischen Rasterungen, Spiralbewegungen und die organischem Wachstum angelehnten Strukturen sowie hochglanzpolierte Flächen aus seinem Objekt- und Skulpturenfundus bringen dabei verschiedenste Lichtverläufe von unbestreitbar reizvoller Wirkung hervor. Zum Beispiel hält eine seiner Fotografien Macks berühmte Erfindung des motorisch betriebenen "Lichtrotors" aus reflektierendem Material fest. Vom Blick auf Mikrostrukturen zur Weite des offenen und letztlich unendlichen Raums wechselt Mack in seinen Aufnahmen der Wüste, in denen Lichtstelen wie kosmische Erscheinungen anmuten oder ein mit Arabesken versehener Goldquader ("Lichtkubus in der Wahiba Wüste") nicht nur die Ästhetik des Lichtspiels, sondern auch die wechselseitige Steigerung von Kunst und Natur bewusst macht.

Den Bereich der rein experimentellen Fotografie betritt Mack mit Aufnahmen von prismatischen Brechungen des Lichts in Farbspektren. Die Jenoptik-Ausstellung unterstreicht die Bedeutung der Farbe, die nach einer Reduktion auf Schwarz und Weiß erst in den 90er Jahren Einzug in das Werk von Mack hielt.

Bei dynamischer Entwicklung und großer Schaffensfreude sind einige Konstanten im Werk von Mack feststellbar. Kunst versteht er als einen Freiraum inmitten der zweckorientierten Gesellschaft, als das letzte "noch nicht verlorene Paradies". Er bekennt sich rückhaltlos zu Schönheit und Harmonie, die für ihn Ausdruck von Lebensbejahung sind und der ethischen Ausrichtung des Kunstwerks entsprechen. Nach dem Besuch der Kunstakademie hat Mack ein Philosophiestudium absolviert und die Ästhetik - von Platon bis Schiller, von Plotin bis Nietzsche - systematisch nach Begründungen für das Schöne durchforstet. Bei Plotin fand er auch seine Philosophie des Lichts begründet, die seine Arbeit bestimmt. Für Mack zählt nicht das Licht als naturwissenschaftliches Phänomen, auch nicht das Licht als Metapher, sondern das Licht als "kreative Potenz".

Die Ausstellung wird am 4. Dezember um 19 Uhr im Beisein von Herrn Prof. Heinz Mack eröffnet. Die Laudatio spricht der Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann.

tangente 31 - Heinz Mack - Lichtbilder

Ausstellungen mit fotografischen Werken vom 5. Dezember 2006 bis 24. Januar 2007
Vernissage: Montag, 4. Dezember 2006, 19:00 Uhr
Kuratorin: Anna-Maria Ehrmann-Schindlbeck    

Galerie der JENOPTIK AG
Carl-Zeiß-Str. 1 (direkt an der Goethegalerie)
07743 Jena
Telefon: 03641 65-2255
E-Mail: pr@jenoptik.com
www.jenoptik.com/mack

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 10-17 Uhr 
Freitag 10-15 Uhr
Samstag und Sonntag: am 9. und 10. sowie 16. und 17. Dezember 11-19 Uhr
Eintritt frei

Biografie Heinz Mack

Heinz Mack wird 1931 im hessischen Lollar geboren und studiert in den 50er Jahren an der Kunstakademie Düsseldorf, zusätzlich absolviert er das Staatsexamen in Philosophie an der Universität Köln. 1950-1963 befindet sich sein erstes Atelier in Düsseldorf, wo er 1957 gemeinsam mit Otto Piene die Gruppe ZERO gründet.

Ein Jahr später nimmt Mack an der Documenta II in Kassel teil und erhält den Kunstpreis der Stadt Krefeld. Es entstehen die erste "Lichtreliefs", "Lichtkuben" und "Lichtstelen" sowie das Konzept für das Sahara-Projekt. 1962 folgt der ZERO-Film "0x0=Kunst". Im Jahr 1963 entsteht das vorerst letzte Leinwandbild; an chromatische Farbbilder auf Papier, in denen das Spektrum des Lichtes variiert wird, arbeitet Mack weiter. 1964-1966 unterhält Mack ein Atelier in New York und nimmt an der Documenta III teil. 1965 wird der Künstler mit dem "1. Prix des arts plastiques" der 4. Biennale de Paris geehrt. Der Film "Tele-Mack" aus dem Jahr 1968 erhält den Adolf-Grimme-Anerkennungspreis, sowie 1971 einen Anerkennungspreis der Film-Biennale in Venedig. 1970 übernimmt Heinz Mack eine Professur in Osaka (Japan). 1976 folgen Arbeitsexpeditionen in die Algerische Wüste und die Arktis. Seit 1990 ist die Baleareninsel Ibiza Atelier und zweiter Wohnsitz des Künstlers. Es entsteht der Film "Lichtkunst - Heinz Mack". Seit 1991 malt Mack wieder Werke auf Leinwand, die chromatischen Konstellationen. 1997 entstehen keramische Skulpturen. In den Jahren von 1985 bis 1994 gestaltet Heinz Mack zwei Kapellen und eine Kirche als Gesamtkunstwerk. 1989 wird der "Platz der deutschen Einheit" in Düsseldorf eingeweiht. 1990 errichtet er die 42 m hohe Edelstahl-Stele für die heutige DaimlerChrysler AG in Stuttgart. Vor den Gebäuden der Hypothekenbank AG in Essen entstehen 1999/2000 sieben jeweils 13 Meter hohe Stahlstelen. Im Jahr 2002 realisiert der Künstler zwei monumentale Glas-Prismen vor einer Bank in Vaduz, Liechtenstein. Es entstehen Wandbilder, je 3,5x4,5 m, für die Repräsentanz der
Bertelsmann AG in Berlin. 2004 erhält Mack das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland als Anerkennung für sein Wirken als Künstler und Botschafter der Kulturen. Anlässlich seiner 200-Jahrfeier im Jahr 2006 erhält das Fürstentum Liechtenstein eine große Skulptur des Künstlers. Im gleichen Jahr finden erste Ausstellungen seiner Fotografien statt. Das Museum für Islamische Kunst im Berliner Pergamonmuseum würdigt den Künstler 2006 mit der Ausstellung "Transit zwischen Okzident und Orient. Faszination und Inspiration der islamischen Kultur im Werk des Künstlers Heinz Mack."