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Diodenlaser auf Weltraummission.

Hierbei geht es vor allem um die wissenschaftliche Erdbeobachtung vom Satelliten aus, und die kommt ohne zuverlässige Hochleistungslaser nicht aus. Wissenschaftlich relevante Informationen - etwa zum Treibhauseffekt, zur Erderwärmung oder zur Verbreitung von Luftverschmutzung - lassen sich aus Satellitendaten generieren. Die Satelliten werden dafür mit LIDAR-Lasersystemen ausgestattet. Ähnlich wie RADAR dient LIDAR zum Messen - mit Lichtwellen.

Dazu wird der Strahl eines Festkörperlasers auf die Zieloberfläche gerichtet; anhand der Zeit, die vergeht, bis das Licht zurückgestreut wird, berechnen Mikrorechner die Entfernung. Berücksichtigt man die spezifische Lichtabsorption der unterschiedlichen Moleküle bei bestimmten Lichtwellenlängen, lässt das auf bestimmte Partikel schließen, lassen sich Aerosole oder Gasanteile wie Ozon, Methan oder Kohlendioxid nachweisen. Aber auch Höhenreliefs der Erde oder anderer Planeten lassen sich mit der LIDAR-Methode vom Satelliten aus bestimmen.

Der Festkörperlaser, der die LIDAR-Funktion ausübt, benötigt eine Pumpquelle, die das Lasermedium anregt. Dazu werden Diodenlaser eingesetzt. Die Diodenlaser, die derzeit in den Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation ESA eingesetzt werden, entsprechen allerdings dem technischen Stand der 80er Jahre und könnten mit der heutigen Technik effizienter, leistungsstärker und vor allem zuverlässiger sein.

Die Jenoptik Laserdiode entwickelt ihr Produkt nun für den Weltraumeinsatz weiter: Während in der Industrie ein Laser nach einer bestimmten Nutzungsdauer abgeschrieben werden darf, muss ein Laser auf Weltraummission jahrelang gelagert werden können, bei Bedarf jedoch kurzfristig und für viele Jahre im Weltraum einsatzfähig sein. Außerdem muss das Produkt Temperaturschwankungen, Raketenbeschleunigung und Schwerelosigkeit standhalten.

Die Jena-Optronik, die die Gesamtverantwortung trägt, prüft die fertigen Module, setzt sie Vibrations- und Vakuumtests aus und simuliert insgesamt die typischen Umwelteinflüsse beim Raketenstart und im All. Bis 2009 soll die Produktentwicklung dauern, ab 2013 ist geplant, sie auf wissenschaftlichen Satelliten einzusetzen. Mit dem Projekt eröffnen sich beide Jenoptik-Unternehmen neue Standards und Zugang zu neuen Märkten.
Die Jena-Optronik, zu Hause in der Sensorik-Sparte der Jenoptik, bedient bereits zahlreiche Raumfahrtmissionen - beispielsweise mit Lageregelungssensoren, die Satelliten an der Sonne oder an den Sternen ausrichten, sowie mit Rendezvous- und Dockingsensoren für verschiedene Raumfahrtmissionen, darunter auch für die Flüge zur Internationalen Raumstation ISS. Zum Produktspektrum gehören weiterhin Instrumente wie Kamerascanner für Erdbeobachtungssatelliten.

Zu den Kompetenzkernen der Jenoptik, die im Unternehmen je nach Bedarf der Kunden vernetzt werden, gehört auch der Bereich Digital Imaging. Er verschaffte der ROBOT Visual Systems GmbH mit einer 11-Millionen-Pixel-Kamera für die Verkehrssicherheitstechnik Wettbewerbsvorteile, die sich heute am Markt auszahlen.

(Geschäftsbericht 2006)