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Jenoptik steigerte Quartalsergebnis deutlich

Jena, 08. Mai 2008

Der Konzern blickt auf ein erfolgreiches 1. Quartal 2008 und schloss wesentliche operative Kennzahlen auf dem hohen Niveau des Vorjahres und darüber ab. Das Finanzergebnis zeigte eine erhebliche Entlastung infolge der vorjährigen Anleihetilgung. Der Ausblick für das Gesamtjahr 2008 wird bestätigt.

Der Jenoptik-Konzern hat das 1. Quartal 2008 mit 129,2 Mio Euro Umsatz und damit einem leichten Zuwachs abgeschlossen (i.Vj. 128,8 Mio Euro). Der Anteil des Auslandsumsatzes reduzierte sich auf 45 Prozent (i.Vj. 60 Prozent), da dem 1. Quartal 2008 ein veränderter Umsatzmix zugrunde lag: Während das Segment Verteidigung & zivile Systeme den Umsatz deutlich steigerte, blieben die Umsatzbeiträge des Segments Messtechnik erwartungsgemäß unter dem sehr guten Vorjahresniveau.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit des Konzerns (Konzern-EBIT) lag mit 9,2 Mio Euro leicht über dem des Vorjahreszeitraums (i.Vj. 9,0 Mio Euro) - trotz deutlich niedrigerer Ergebnisbeiträge des Segments Messtechnik und einer gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel geringeren Aktivierung von F+E-Leistung. Diese belastete das Ergebnis kurzfristig, vermindert langfristig jedoch das Risiko ungeplanter Abschreibungen. Im Konzern-EBIT enthalten ist ein im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum positiver EBIT-Beitrag der Sonstigen (Holding, Immobilien, Konsolidierung) in Höhe von 0,6 Mio Euro (i.Vj. minus 1,8 Mio Euo), zurückzuführen auf einen mit knapp 1,8 Mio Euro positiven Effekt aus der Auflösung des Finanzierungsleasings für eine Immobilie.

Das Finanzergebnis des Konzerns verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum infolge der Entlastung des Zinsergebnisses um 1,4 Mio Euro auf minus 4,8 Mio Euro (i.Vj. minus 6,2 Mio Euro). Es zeigte sich wie angekündigt der deutlich geringere Saldo zwischen Zinserträgen und
-aufwendungen und damit die positiven Effekte aus der vorfristigen Anleihetilgung im Herbst 2007. Im Zuge dessen verbesserte sich das Vorsteuerergebnis auf 4,4 Mio Euro, was einem Zuwachs um rund 57 Prozent gegenüber den nur 2,8 Mio Euro im 1. Quartal des Vorjahres entsprach. Damit wies der Jenoptik-Konzern ein positives Ergebnis nach Steuern aus, das mit 3,2 Mio Euro das Vorjahresniveau um 18,5 Prozent überstieg (i.Vj. 2,7 Mio Euro).

Gute Auftragslage hält auch im 1. Quartal 2008 an. F+E-Aufwendungen sanken, Mitarbeiterzahl blieb konstant.

Der Auftragseingang des Konzerns belief sich in den ersten drei Geschäftsmonaten 2008 auf 138,8 Mio Euro und lag damit nahezu auf Vorjahresniveau (i.Vj. 140,9 Mio Euro). Die Segmente Laser & Optische Systeme sowie Messtechnik steigerten den Auftragseingang leicht, im Segment Verteidigung & zivile Systeme lag er etwas unterhalb des hohen Vorjahresniveaus. Hier kamen Ende 2007/Anfang 2008 zwei Großaufträge, die größtenteils aber schon der Auftragseingang des
4. Quartals enthielt. Der Auftragsbestand des Gesamtkonzerns lag per 31. März 2008 bei 448,7 Mio Euro und damit knapp 10 Mio Euro über dem Niveau vom Jahresende 2007 (per 31.12.2007: 439,5 Mio Euro).

Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen verzeichneten mit 7,6 Mio Euro einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum (i.Vj. 8,2 Mio Euro), was auf die konsequente Bereinigung des Konzernportfolios mit der Beendigung von einzelnen F+E-Themen im Verlauf des Jahres 2007 zurückzuführen ist.

Per 31. März 2008 waren 3.437 Mitarbeiter im Jenoptik-Konzern beschäftigt (per 31.12.2007: 3.436 Mitarbeiter). Insgesamt blieb die Mitarbeiterzahl damit gegenüber Ende 2007 nahezu konstant, da sich Veränderungen der Mitarbeiterzahl der Segmente im Saldo nahezu ausglichen.

Cashflow erneut deutlich positiv. Quartalsgewinn erhöht Eigenkapital und damit auch Eigenkapitalquote.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (vor Steuern) betrug 8,1 Mio Euro (i.Vj. 10,6 Mio Euro). Dabei lag das operative Ergebnis vor Working-Capital-Veränderungen mit 16,9 Mio Euro auf Vorjahresniveau (i.Vj. 16,8 Mio Euro). Der Aufbau von Working Capital in Höhe von 2,3 Mio Euro fiel infolge eines aktiven Working-Capital-Managements im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Mio Euro niedriger aus. Wesentliche Ursache für den im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Cashflow sind Auszahlungen für Steuerverbindlichkeiten, besonders von Umsatzsteuerzahlungen infolge des umsatzstarken 4. Quartals 2007.

Die Nettoverschuldung stieg leicht um 7,3 Mio Euro auf 199,0 Mio Euro (per 31.12.2007:
191,7 Mio Euro), was im Wesentlichen aus der Rückzahlung eines Darlehens gegenüber einem assoziierten Unternehmen resultierte, und damit einer gleichzeitigen Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen.

Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen 5,8 Mio Euro
(i.Vj. 6,7 Mio Euro). Der starke Rückgang resultiert aus niedrigeren Investitionen in immaterielle Vermögenswerte im Zuge deutlich geringerer Aktivierungen von F+E-Leistungen.

Das Eigenkapital erhöhte sich infolge des Quartalsgewinns um 3,7 Mio Euro auf 284,6 Mio Euro (per 31.12.2007: 280,9 Mio Euro). Bei einer nahezu unveränderten Bilanzsumme hatte dies einen leichten Anstieg der Eigenkapitalquote von 40,3 Prozent Ende Dezember 2007 auf 40,8 Prozent Ende März 2008 zur Folge.

Operatives Geschäft startete positiv ins neue Geschäftsjahr.

Die vor einem Jahr zum 1. Quartal 2007 veröffentlichte Segmentberichterstattung ist mit der aktuellen Segmentberichterstattung nicht vergleichbar, da die neuen Segmente
- Laser & Optische Systeme
- Messtechnik
- Verteidigung und zivile Systeme
auf einer anderen Zusammensetzung des operativen Geschäftes basieren. Die wesentlichen Vergleichszahlen des 1. Quartals 2007 für die Segmente sind im Text sowie in der beigefügten tabellarischen Übersicht angegeben.

Im Segment Laser & Optische Systeme, in dem der Quartalsumsatz leicht unter dem Vorjahresniveau lag, haben sich Umsatzabrechnungen größerer Aufträge im Geschäftsbereich Laseranlagen in das 2. Quartal bzw. das 2. Halbjahr 2008 verschoben. EBIT und Auftragseingang des Segments lagen jedoch leicht über dem hohen Niveau des Vorjahresquartals. Sehr gut entwickelten sich die Geschäftsbereiche Optoelektronische Systeme und Diodenlaser. Einen erneuten Großauftrag im Millionenbereich verbuchte der Geschäftsbereich Laseranlagen aus der Solarbranche.

Das Segment Messtechnik konnte bei Umsatz und Ergebnis nicht an die guten Zahlen des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Die fehlenden Umsatz- und Ergebnisbeiträge der Sparte Verkehrssicherheit, die aus einem schwachen Auftragseingang 2007 resultierten, konnten durch die Sparte Industrielle Messtechnik nicht vollständig wettgemacht werden. Hier zeigten sich die Erfolge des Zusammenschlusses mit Etamic im Auftragseingang des 1. Quartals 2008 aus dem Ausland, sodass der Auftragseingang des gesamten Segments Messtechnik höher als im Vorjahr lag.

Die Sparte Verkehrsicherheit ist von den umfassenden Investitionen in den Ausbau des Traffic Service Providing-Geschäftes geprägt, das über Nordamerika hinaus auf weitere internationale Regionen ausgeweitet werden und dem Equipment-Geschäft wieder Schub verleihen soll. Sowohl für das Service Providing als auch für internationale Equipment-Großaufträge zeichnet sich eine Marktbelebung bei den internationalen Ausschreibungen ab.

Das Segment Verteidigung & zivile Systeme schloss das 1. Quartal mit einem Umsatz- und Ergebnissprung ab. Ursache hierfür sind - neben einer insgesamt besseren Geschäftsentwicklung als im Vorjahreszeitraum - auch Abrechnungen, die sich von 2007 in das 1. Quartal des laufenden Jahres verschoben haben, sodass die aktuelle Entwicklung nicht vollständig auf das Gesamtjahr 2008 hochgerechnet werden kann. Beim Auftragseingang konnte das Segment fast an das hohe Niveau des Vorjahreszeitraums anknüpfen. Teile des Anfang 2008 vermeldeten Großauftrages von Mitsubishi über Rendezvous- und Dockingsensoren waren bereits im Auftragseingang des 4. Quartals 2007 enthalten, ebenso der Großauftrag von BAE Systems für Radome über 27 Mio Euro.

Ausblick für das Gesamtjahr 2008 bestätigt.

Der Jenoptik-Konzern hält an den Ende März 2008 gegebenen Prognosen für das Gesamtjahr 2008 fest. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich das konjunkturelle Umfeld nicht signifikant verschlechtert.

Der Umsatz soll 2008 weiter steigen und über 550 Mio Euro liegen. Alle drei Segmente planen einen Umsatzzuwachs. Das Konzern-EBIT soll wieder auf 37 bis 40 Mio Euro steigen. Berücksichtigt ist bereits eine deutlich geringere Aktivierung von Entwicklungsleistungen als in den Jahren 2006 und 2007. Das Segment Laser & Optische Systeme plant weiterhin hohe Umsatz- und Ergebnisbeiträge, im Segment Verteidigung & zivile Systeme soll sich die stabile Entwicklung fortsetzen. Im Segment Messtechnik wird sich das schwache Geschäftsjahr 2007 der Sparte Verkehrssicherheit zum Teil noch auf die Ertragslage in 2008 auswirken, die noch nicht wieder an die Ergebnisqualität der Jahre 2006 und davor anknüpfen kann. Hier wird, wie im Jahr 2007, vor allem die Gewinnung von Großaufträgen Einfluss auf die Ergebnisqualität und damit auf das Erreichen der Konzernziele haben. Intensiv investiert Jenoptik zudem in die Ausweitung des internationalen Traffic Service Providing.

Der Anstieg des Ergebnisses vor Steuern in 2008 wird stark überproportional zum Betriebsergebnis erfolgen, da neben dem Anstieg des EBIT eine deutliche Reduzierung der Zinsaufwendungen und daraus ein um 11 bis 14 Mio Euro verbessertes Zinsergebnis erwartet wird. Eine dementsprechend positive Entwicklung zeigte sich bereits im 1. Quartal 2008.
 

An dem langfristigen Wachstumsziel auf 1 Mrd Euro Umsatz bei einer Ergebnisqualität von 9 bis 10 Prozent hält der Jenoptik-Konzern fest. Der Umsatz soll mit durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr, inklusive kleinerer Akquisitionen, wachsen. Im Geschäftsjahr 2007 lag das Umsatzwachstum bei
7,5 Prozent, im Jahr 2006 bei 18 Prozent. Ertragssteigernde Effekte aus der strategischen Neuausrichtung des Jenoptik-Konzerns, die 2008 konsequent fortgesetzt wird, sollen ab 2009 greifen.

Im 1. Quartal 2008 wurde an der Bereinigung des Konzernportfolios weiter intensiv gearbeitet.
Die Vorbereitungen für die Abgabe einer weiteren nicht selbstgenutzten Immobilie wurden abgeschlossen, der Ausstieg aus nicht strategischen F+E-Themen vorangetrieben.

Auf Basis der neuen Konzernstruktur, mit der der Jenoptik-Konzern seit 1. Januar 2008 auftritt, optimieren alle Sparten und Geschäftsbereiche aktuell ihre Strukturen und Prozesse. Dieser umfassende Prozess, der durch ein aktives Change Management begleitet wird, startete mit Auftaktveranstaltungen Anfang 2008 in den Sparten Verteidigung & zivile Systeme sowie Verkehrssicherheit. Im Shared Service Center hat die Zusammenfassung der konzernweiten und bisher höchst unterschiedlich strukturierten IT- und Beschaffungsaktivitäten begonnen. Der 2007 implementierte rollierende Strategieprozess wird 2008 auf die Sparten übertragen.
Ein konzernweites Innovationsmanagementsystem wird im 2. Halbjahr 2008 starten.


Katrin Lauterbach

JENOPTIK AG
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