Mit der Übernahme der DEWB AG im September 1997 etablierte Jenoptik den damals neuen Unternehmens-bereich Asset Management. Gebündelt wurden hierin auch all jene Beteiligungen, die historisch gewachsen bei Jenoptik lagen, aber nicht zum damaligen Kerngeschäft der anderen drei Unternehmensbereichen gehörten. Im Verlauf der kommenden Jahre investierte der Unternehmensbereich Asset Management mit der DEWB AG darüber hinaus auch als Risikokapitalgeber in junge innovative Unternehmen und brachte mehrere Gesellschaften an den damals neu geschaffenen so genannten „Neuen Markt“ der Frankfurter Börse.
Zu den Börsengängen am Neuen Markt unter Regie der DEWB gehörten in den Jahren 1999 und 2000 auch die Jenaer Unternehmen Cybio AG, Analytik Jena AG sowie die damalige Asclepion Meditec AG.
Ab 2002 gab Jenoptik die Mehrheit der Anteile an der DEWB AG schrittweise über die Börse ab und ist Anfang 2011 mit noch direkt 6,9 bzw. indirekt 11,1 Prozent beteiligt. Heute ist die DEWB AG mit Sitz in Jena eine börsennotierte Venture-Capital-Gesellschaft, die sich auf die Bereiche Photonik und Sensorik konzentriert.
Als am 16. Juni 1998 der erste Kurs der Jenoptik-Aktie auf der Anzeigetafel im großen Frankfurter Börsensaal aufblinkte, war es genau 12:17 Uhr. Ein historischer Moment für das damalige Vorstandsteam um Lothar Späth, der auf den Tag genau sieben Jahre vorher seinen Job in Jena angetreten hatte. Die Nachfrage nach Jenoptik-Aktien überstieg während der so genannten Zeichnungsfrist das Angebot um das 26-Fache. Das Emissionsvolumen betrug 22,7 Millionen Aktien.
Seitdem werden die Jenoptik-Aktien unter dem Börsenkürzel JEN und der Wertpapierkennnummer WKN 622910 bzw. der internationalen Identifikations-Nummer ISIN DE0006229107 gehandelt. Im Dezember 1998 wurde die Jenoptik-Aktie in den MDax und damit in die Liste der 100 wichtigsten deutschen Börsennotierungen aufgenommen. Seit März 2003 ist die Jenoptik-Aktie – bis auf eine kurze Unterbrechung von September 2007 bis Dezember 2008 – als eines von 30 Unternehmen im TecDax notiert.
Mit zwei Unternehmenserwerben 1999 und 2000 legt Jenoptik den Grundstein für die beiden heutigen Sparten Industrielle Messtechnik und Verkehrssicherheit. Zum 1. Juli 1999 erwarb Jenoptik die ROBOT Foto und Electronic GmbH (die heutige JENOPTIK Robot GmbH) aus Düsseldorf. Robot gehört mit dem Bereich Verkehrsüberwachung bereits damals zu den weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet.
Etwa ein Jahr später erwirbt Jenoptik ebenfalls 100 Prozent der Anteile an den Hommelwerken aus Villingen-Schwenningen – einem Spezialisten für berührende Messtechnik. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald ergänzt die in Jena ansässige berührungslose optische Messtechnik, die Jenoptik bisher in ihrem Portfolio hat. Das Unternehmen mit Gründung 1876 durch Hermann Hommel blickt auf eine bereits 135-jährige Geschichte. Mit dem Erwerb der Etamic-Movomatic 2006 durch Jenoptik entstand die heute im internationalen Messtechnikmarkt bekannte Produktmarke Hommel-Etamic.
In den Jahren 1999 und 2002 erwarb Jenoptik zwei Optik-Unternehmen in den USA: 1999 die Liebmann Optical Company, Inc. in Easthampton (Massachusetts) und 2002 die Coastal Optical Systems, Inc. in Jupiter (Florida).
Liebmann war auf die Herstellung von Mikrooptiken, Coastal auf kundenspezifische präzisionsoptische Komponenten und Systeme für die Luftfahrtindustrie, die Messtechnik sowie die Biomedizin spezialisiert.
Seit Januar 2010 sind alle US-Gesellschaften in der JENOPTIK Optical Systems, Inc. unter einem Dach zusammengefasst. Die Jenoptik Optical Systems, Inc. hat ihren Hauptsitz in Jupiter, Florida, und heute rund 125 Mitarbeiter an drei amerikanischen Standorten.
Zwar erfolgt er Ende 2003, doch der Erwerb der Lechmotoren GmbH im bayerischen Altenstadt ist zugehörig zur Phase des Geschäftsaufbaus. Entwickelt und gefertigt werden Anlagen für effizientes Energiemanagement und die Energieumwandlung. Das Geschäft der heutigen ESW GmbH in Wedel wird damit optimal ergänzt – vor allem im Bereich der höheren Leistungsklassen. Die hohe Nachfrage nach Energiesystemen heute führte 2010 zur Entscheidung für den Bau einer neuen Produktionshalle.