Da Geschwindigkeitsverstöße in einem Tunnel zu Unfällen mit gravierenden Folgen führen, sind besonders dort Geschwindigkeitskontrollen unerlässlich. Dabei stellen die Gegebenheiten in einem Tunnel besondere Anforderungen an die Geschwindigkeitsüberwachungstechnik: Fahrer, die im Fall eines Verkehrsverstoßes digital fotografiert werden, dürfen im Dunkel eines Tunnels nicht durch einen hellen Blitz irritiert werden. Der Blitz muss dennoch so intensiv sein, dass er den Fahrerraum ausleuchtet. Um diesen Besonderheiten gerecht zu werden und Tunnel als dauerhafte Unfallbrennpunkte zu entschärfen, entwickelte Jenoptik Robot die Black Flash-Blitztechnik. Auf Basis einer speziell hierfür konfigurierten und angepassten Technik ist der Blitz dieser Schwarzlicht-Blitzanlage für das menschliche Auge nahezu unsichtbar.
Zum Pilotprojekt für den Black Flash wurde der Rennsteigtunnel in Thüringen, wo diese Technik im Rahmen stationärer Geschwindigkeitsmessungen erstmals zum Einsatz kam und schnell zu einer deutlichen Veränderung des Fahrverhaltens führte. Daneben sind Verkehrsüberwachungssysteme mit Black Flash-Blitztechnik im Aubinger- und Richard-Strauss-Tunnel in München und vielen weiteren Autobahntunneln installiert. Als erste innerstädtische Tunnel verfügen der Rheinufertunnel in Düsseldorf sowie der Tunnel Britz in Berlin über Schwarzlicht-Blitzanlagen.
Für die zuverlässige Geschwindigkeitskontrolle mit der Schwarzlicht-Blitztechnologie werden an der Tunnelwand je Fahrspur eine digitale ROBOT SmartCamera und ein BlackFlash montiert. In die Fahrbahn wird das Messfeld aus je drei Piezosensoren pro Fahrstreifen eingelassen, die bei der Überfahrt eines Fahrzeuges die Signale an den Intelligenten Piezovorverstärker (IPV) senden. Hier werden die Signale digitalisiert, und die Geschwindigkeit wird zweifelsfrei anhand des Weg-Zeit-Prinzips ermittelt. Die Überschreitung des eingestellten Limits löst den unsichtbaren Blitz und die ROBOT SmartCamera aus. Die Falldaten (Foto, Ort, Zeit, Datum, Geschwindigkeit, usw.) werden an eine zentrale Bußgeldstelle geschickt und dort ausgewertet.
Es ist weiterhin möglich, die Technik an eine Wechselverkehrszeichenanlage (WVZ) anzubinden. Eine solche Anbindung erfolgte im Tunnel des Berliner Ortsteils Britz im Verlauf der BAB 100.