Kunstausstellung tangente

Jenoptik veranstaltet seit 1994 an ihrem Firmensitz im Ernst-Abbe-Hochhaus Jena Kunstausstellungen unter dem Namen „tangente“. Das bedeutet Berührung. Berührung mit der Bildenden Kunst ist eine Herausforderung, der sich das Unternehmen mehrmals im Jahr stellt. Die Auseinandersetzung mit Kunst eröffnet uns als Technologiekonzern neue Horizonte, denn Kunst ist zukunftsweisend – ebenso wie unsere Produkte.

Current exhibitions

tangente 46: Robert Krainhöfner „Circular“

Der Jenaer Bildhauer Robert Krainhöfner entwirft und gestaltet Großobjekte, die öffentlichen Plätzen einen eigenen ästhetischen Charakter geben.

Elementare geometrische Formen wie Kegel, Quadrat, Kreis oder das Band als Linie bilden den Ausgangspunkt für Robert Krainhöfners Kunst. Er verändert diese Formen so, dass der Prozess dieser Veränderung als ein lebendiges Spiel von Gegensätzen und Rhythmuswechseln erlebt wird. Die Beschaffenheit des umgebenden Raums ist die Grundlage zum Erleben und Verstehen seiner Skulpturen. Sie treten in eine ästhetisch spannungsvolle Beziehung zu ihrer Umgebung.

Robert Krainhöfner studierte Bildhauerei und »Kunst im öffentlichen Raum« an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Er ist aktueller Stipendiat des Landes Thüringen für Bildende Kunst 2015 und erhielt bereits mehrere Arbeitstipendien der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen und der Stadt Jena.

Die wichtigsten Leitlinien seines Schaffens sind die Ausbildung und die Traditionen des frühen Bauhauses.Robert Krainhöfner sieht sich dabei der Konkreten Kunst – "Gegenstände für den geistigen Gebrauch zu entwickeln" (Max Bill) – verpflichtet. Durch die konsequente Reduktion auf Farben, Flächen und Körper sowie rein geometrische Konstruktionen gibt sie dem Wechselspiel elementarer Ausdruckskräfte eine künstlerisch lebendige Ordnung. Diesen Maximen entspricht Robert Krainhöfners bildhauerische Haltung.



tangente 45: rosalie „LightScapes“

Dauerausstellung LightScapes, rosalie.

Mit der Einweihung der kinetischen Lichtskulptur „LightScapes“ der Stuttgarter Künstlerin rosalie am 15. Januar 2015 startete  Jenoptik in das „Internationale Jahr des Lichts“. Dieses für Jenoptik entworfene und entwickelte Kunstwerk zeigt eine unendliche Vielfalt von räumlichen Verwandlungen. Alle Medien der Künste – Malerei, Skulptur und Architektur, aber auch Musik und Choreografie – werden durch Licht miteinander verwoben und zugleich neu definiert.
Aus Licht werden räumliche Strukturen erschaffen ähnlich  wie in einer Holografie. Das Licht tritt aus dieser Fläche heraus und wird auf überraschende und erstaunliche Weise zu einer Raum schaffenden Dimension.
Innerhalb des facettenreichen Œuvre der Stuttgarter Künstlerin rosalie ist die Lichtkunst in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema geworden. Ihre großformatigen kinetischen Lichtskulpturen werden von der Öffentlichkeit und den Medien mit großem Interesse wahrgenommen. Zeitgenössische Materialien, komplexe Technologien und digitale Medien bilden die Basis, aus denen rosalie »neue Universen des Lichts« hervorbringt: Lichtkunstwerke von enormer Farbkraft und größter Emotionalität.
rosalie ist mit ihren Ausstellungsprojekten in der zeitgenössischen Bildkunst, Lichtkunst sowie mit ihren Theater- und Bühnenbildprojekten international präsent. Sie hat in diesen künstlerischen Disziplinen neue Sprachen der Ästhetik entwickelt.

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag: 10 bis 17 Uhr
Freitag: 10 bis 15 Uhr
Eintritt ist frei.

tangente 44: Gerd Sonntag „1x nach Innen geschaut“

Die 44. tangente-Ausstellung stellte die Glasobjekte von Gerd Sonntag in den Fokus

Geboren 1954 in Weimar, zählt Gerd Sonntag laut dem renommiertenKunsthistoriker Lothar Lang zu den talentiertesten Malern seinerGeneration. Den internationalen Durchbruch erzielte er 1989: GerdSonntag war der erste DDR-Künstler, dem das amerikanische BrooklynMuseum of Art in New York eine eigene Ausstellung widmete. Zahlreichenationale und internationale Ausstellungen sowie seine Präsenz inrenommierten Sammlungen unterstreichen die Bedeutung seiner Arbeit. 2014 zeigte Jenoptik die Glasobjekte von Gerd Sonntag unter dem Titel „1x nach Innen geschaut“ in der 44. Auflage der firmeneigenen Kunstausstellung tangente.

1998 widmete sich derheute in Berlin lebende Künstler erstmals der Glaskunst und entwickelte den sogenannten Schicht-Schmelzprozess in Zusammenarbeit mit der Schott AG. „Arbeiten mit Glas ist für mich eineArt Auferstehung“, so Gerd Sonntag. „Ich habe ich meine Fähigkeiten im Umgang mit Glas-Objekten wiederentdeckt. Es gibt mir die Möglichkeit, mein künstlerisches Potenzial absolut zu entfalten.“ Der menschliche Kopf ist das beherrschende Thema seiner Glas-Arbeiten. Die scheinbaren Porträts werden zu einer universellen Darstellung eines Menschenbilds. Gerd Sonntag zeichnet Facetten und Zustände desmenschlichen Daseins durch Verschmelzen verschiedenfarbiger Gläser. Mit malerischen, zeichnerischen und plastischen Aspekten schafft er ein interdisziplinäres Kunstwerk, das durch Beleuchtungssituation und Schattenwurf mit der Umwelt interagiert.

Weitere Informationen:

Webseite von Gerd Sonntag


tangente 43: „20 Jahre tangente – 20 Jahre Kunstsammlung“

Beispielhaft für die 42 vorangegangenen tangenten, die aktiv genutzte Sammlung sowie das Kunst-Engagement der Jenoptik wurden ausgewählte Arbeiten präsentiert.

Es lohnt sich, Kunst ernst zu nehmen. Das hat Jenoptik schon in den Gründungsjahren erkannt. Trotz wirtschaftlich schwieriger Umstände wurde früh der Grundstein für die Jenoptik-Kunstsammlung gelegt. 1994 fand die erste Ausstellung in der Reihe tangente statt, die 2014 ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Oft konnten vorgestellte Werke für die Kunstsammlung erworben werden, sodass bis heute viele Ausstellungen beispielhaft in den Büros der Mitarbeiter präsent sind.

Während die Kunstsammlung vorrangig den Mitarbeitern zur Gestaltung ihres Arbeitsumfeldes offen steht, geht Jenoptik mit den tangente-Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Meist als eigenständige Projekte realisiert, immer wieder aber auch mit bewährten Partnern, haben sich die Ausstellungen einen festen Platz im kulturellen Leben Jenas erworben. Viele international bekannte Künstler sind auf diese Weise nach Jena gekommen und haben Arbeiten gezeigt, die sich mit Licht und seinen Wirkungen auseinandersetzen. Daneben ist auch immer Raum für aktuelle Sujets der Gegenwartskunst.


tangente 42: András Mengyán „Polyphonic Visual Space“

Die 42. Auflage der Ausstellungsreihe tangente zeigte einen Einblick in die Arbeitswelt des ungarischen Künstlers András Mengyán. 

„Polyphonic Visual Space“ ist der Titel der 42. tangente. András Mengyán präsentierte vielstimmige visuelle Räume mit Licht- und Laserinstallationen. Um gleichzeitig stattfindende Handlungen und Wahrnehmungen visuell auszudrücken, modelliert der Lichtkünstler die umgebende Welt und ihre Beziehungen in seinen raumfüllenden Konstruktionen und fügt ihnen eine emotionale und spirituelle Dimension hinzu. Mit Hilfe von Formen und Licht beschreibt Mengyán die Wechselwirkungen, Ereignisse und Unterbrechungen, die das Leben prägen.

András Mengyán steht in einer ruhmreichen Tradition von ungarischen Künstlern des 20. Jahrhunderts, die sich mit kinetischer Kunst und Lichtkunst beschäftigen und zugleich erfolgreich an der Schnittstelle zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie arbeiten, um deren Grenzen aufzulösen. Geboren 1945 in Békéscsaba im Südosten Ungarns, ist Mengyán neben seiner künstlerischen Tätigkeit heute auch Dozent, Professor und Berater, unter anderem an ungarischen, norwegischen und amerikanischen Akademien und Instituten.

Bilder zum Download in der Jenoptik-Bilddatenbank in der Galerie „Aktuelles 2013“.


tangente 41: Susanne Werdin „Die Gerade. Der Visus. Das Licht.“

Die 41. tangente zeigte Arbeiten der Leipziger Malerin und Grafikerin Susanne Werdin.

Susanne Werdin, geboren und aufgewachsen in Guben, ist seit 2001 als Malerin und Grafikerin in Leipzig tätig. Professor Elmar Schenkel, Universität Leipzig, charakterisiert die Arbeiten von Susanne Werdin wie folgt:

„Die Heilige Schrift heute heißt Information und ist von der Sinnlichkeit weiter entfernt denn je. [...] Eine andere Möglichkeit, die Initialen der Informatik zu kommentieren, besteht im Rückgang auf die Grundlagen von Information, auf Geometrie und Zahl. So sehe ich die Arbeiten von Susanne Werdin. Wenn sie in mühevoller Handarbeit Quadrate zeichnet, immer wieder Quadrate und Rechtecke, die dann auf überraschende Weise sich zu Kurven und Kreisen zusammenschließen, dann gelingt ihr hier etwas, was der Mathematik noch nicht gelungen ist, nämlich die Quadratur des Kreises. Die Quadratur des Kreises ist nicht Ergebnis von Berechnung, sondern von Meditation, Erlebnis und nicht Theorie. Oder wenn schon Theorie, dann im ursprünglichen Sinn als „Anschauung“. Die Welt besteht nicht aus Quadraten, aber deren Zusammenstoßen, Überlappen, In- und Auseinanderfallen ist einsichtbares Gleichnis für das, was fortwährend geschieht. Susanne Werdins Exerzitien führen in dieses Gleichnis ein.“

tangente 40: Anke Neumann „It starts from a dot...“

Die 40. tangente präsentierte Lichtobjekte aus Papier und optischen Fasern.

Das Thema Licht hat schon mehrere Jenoptik-Ausstellungen der Reihe tangente geprägt. Mit der 40. Auflage widmete sich Jenoptik der damals in Jena beheimateten Künstlerin Anke Neumann, die auf intelligente und eindrucksvolle Weise Kunst und Handwerk zusammenführt.

Für die Synthese von Papier und Licht hat Anke Neumann verschiedene Verfahren entwickelt: das Integrieren von phosphoreszierenden Substanzen, die unter Schwarzlichtleuchten, ebenso wie das Hinter- beziehungsweise Durchleuchten. Und sie hat sich faseroptische Beleuchtungsverfahren zunutze gemacht, die das von einer Lichtquelle ausgehende Licht durch das Papier hindurchführen. Die Lichtfasern bilden sich dabei als Lichtspuren ab. Sie werden – vervielfacht, gereiht, verdreht oder verschlungen – zum leuchtendenGerüst einer dünnwandigen Form. So entstehen Gebilde aus von Papier getragenem Licht – kalt-bläulich oder warm-gelblich schimmernd oder auchim wechselnden Spiel des Farbspektrums. Bereits beim Gießen des Papiers bringt Anke Neumann die Lichtleitfasern ein. Ihre handwerkliche Erfahrung führt zum künstlerischen Ergebnis. Die Form entsteht in einem gesteuertem Prozess aus dem „Kampf“ zwischen dem sich beim Trocknen zusammenziehenden Papierund den Lichtleitfasern. Es entstehen Lichtobjekte, die ebenso autonome Kunstwerke wie auch zeitgemäße architektonische Gestaltungselemente sind.

tangente 39: Yvette Kaiser-Smith „Etudes from Pi“

Yvette Kaiser-Smith: Etudes from Pi.

Die Künstlerin Yvette Kaiser-Smith überbrückt mit ihren filigranen Plastiken in dieser Ausstellung die Schnittstellen zwischen Fiberarts, tradierter Bildhauerei und Konzeptkunst. Sie verbindet die traditionelle Handarbeitstechnik des Häkelns mit den Hightech-Materialien Glasfaser und Kunstharz.

Yvette Kaiser-Smith geboren 1958 in Prag, erhielt ihre künstlerische Ausbildung an der University of Chicago, Southern Methodist University in Dallas und der Yale Summer School of Art in Norfolk. Zwei Jahrzehnte intensiver Arbeit in den USA und weltweiter Ausstellungstätigkeit verschafften Yvette Kaiser-Smith einen festen Platz in der Kunstszene der USA.

Für das Grundgerüst der ausgestellten Häkelplastiken verwendet Yvette Kaiser Smith verschiedene mathematische Zahlenfolgen: Sequenzen von Pi, Primzahlen oder Fibonaccizahlenfolgen (1). Die Maschen entsprechen einer Ziffer, die mit einer Farbe belegt ist. So wird die einzelne Masche zum Baustein, zum Molekül oder zur Nukleinsäure in einer netzartigen Struktur, die in unendlichen Variationen möglich ist.

(1) Die Fibonacci-Folge ist eine unendliche Folge von Zahlen, bei der sich die jeweils folgende Zahl durch Addition ihrer beiden vorherigen Zahlen ergibt: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, … Benannt ist sie nach Leonardo Fibonacci, der damit 1202 das Wachstum einer Kaninchenpopulation beschrieb. Die Folge war aber schon in der Antike sowohl den Griechen als auch den Indern bekannt. (Quelle: Wikipedia)




tangente 38: Dorle Wolf „Mit Farbe, Licht und Wasser zur 3. Dimension"

Dorle Wolf gehört seit Jahren zu den bekannten Künstlern Unterfrankens. Bevor sie sich 1992 ganz der Malerei verschrieb, arbeitete sie über zwanzig Jahre im Labor ihres Mannes mit, dem Würzburger Biologen Dr. Rainer Wolf. Die Forschung auf dem Gebiet der Wahrnehmungspsychologie wirkt sich immer noch auf Dorle Wolfs Werke aus, vor allem auf die 3D-Malerei. Ihr Hauptanliegen ist, das eigentlich Unsichtbare in ihre Bilder zu bannen, wie Stimmungen, emotionale Erfahrungen, Erinnerungen, Düfte und Musik, indem sie auf die Ausdruckskraft der Farben setzt. Besonders gern arbeitet Dorle Wolf mit Acrylfarben, die sie in sehr vielen dünnen Schichten auf der Leinwand verreibt, sodass tiefer liegende Farbschichten hindurch schimmern. So entsteht ein reiches Spiel an Farbnuancen und – je nach Beleuchtung und Blickrichtung – metallisch schillernden Farbflächen ähnlich wie bei Interferenzfarben, die auf Seifenblasen sichtbar werden.

Die Ausstellung „Mit Farbe, Licht und Wasser zur 3. Dimension“ vereint die bestimmenden Faktoren in Dorle Wolfs Oeuvre. Denn neben dem Wasser als wandelbarem Element veranschaulichen die Bilder eine Gestaltungstechnik, die Dorle Wolf als erste deutsche Malerin angewendet hat. Ihre Bilder erwecken den Eindruck räumlicher Tiefe, die dritte Dimension, wenn man sie durch eine farblose „ChromaDepth“-Brille betrachtet. Eine solche Brille enthält spezielle Sichtfolien mit mikroskopisch kleinen Prismen, die die einfallenden Lichtstrahlen in ihre Spektralfarben zerlegen und unterschiedlich stark beugen. Die Farben des Bildes werden also beiden Augen aus verschiedenen Richtungen zugeführt, wodurch die Illusion von Raumtiefe entsteht: Die Bilder von Dorle Wolf erhalten dadurch eine neue, überraschende Dimension. Zudem bietet diese 3D-Technik den Vorteil, dass Dorle Wolfs Kompositionen auch ohne ChromaDepth-Brillen angesehen werden können, denn es entstehen keine störenden Doppelbilder.

Einen Überblick über die Kunst von Dorle Wolf bietet die Internetseite www.dorle-wolf.de.

tangente 37: Hans Peter Reuter „Blaue Poesie“

„Immer wieder führt mich die Sehnsucht nach etwas Besserem zu etwas, das zwar besser ist, aber dafür auch ein neues Ordnungs- und Arbeitsprinzip von mir fordert.“ „Was ich male, sind Überwirklichkeiten, die jedoch nach den gleichen Prinzipien gebaut werden, wie die Wirklichkeit selbst.“

In Hans Peter Reuters Werken gibt es drei konstante Größen: den Raum, die Farbe Blau und das Quadrat. Große blaue Raumbilder mit einer verblüffenden illusionistischen Tiefe kennzeichnen seine frühe Schaffensphase. Zum idealen Blau entwickelt sich ab Mitte der Achziger Jahre das Ultramarin dunkel. Inzwischen gehört dieses „blauste Blau“, wie er es nennt, zum festen Bestandteil seines künstlerischen Œuvres, was ihm auch den Beinamen „Der Blaue Reuter“ eingebracht hat. Obwohl die drei Parameter Blau, Quadrat und Raum in seinen Arbeiten kontinuierlich wiederkehren, entfernen sich seine neuesten Werke, darunter auch das großformatige Werk dieser Ausstellung, von seinen früheren Arbeiten. Es sind keine Raumillusionsbilder mehr, sondern bildhafte Organisationen und Schichtungen, die sich in den realen Raum ausdehnen und in ihren weißen Kastenrahmen zu schweben scheinen. Im Gegensatz zu den früheren Bildern, die eine unendliche Raumtiefe zu suggerieren schienen, vermittelt die Oberflächenstruktur seiner neuesten Arbeiten den Eindruck, förmlich in den Betrachterraum einzudringen. Somit ändert Reuter zwar die Raumwahrnehmung und das Material, bleibt aber seinen Grundparametern weiterhin treu.  

Webseite Hans Peter Reuter


„Was von den Sternen übrig blieb“